Weihnachtstournee des Sächsischen Blechbläser Consorts am Tag vor Silvester in Freiberg
Sieben Konzerte umfaßte die Gastspielreise des Sächsischen Blechbläser Consorts (SBC) in diesem Jahr. Es war die bereits 17. Sächsische Blechbläserweihnacht, die wiederholt nach Freiberg in die Jakobikirche einkehrte. Außerdem standen weitere sechs Orte in Sachsen auf dem Plan, meist mit zwei Konzerten pro Tag. Damit füllt das SBC wiederholt die Zeit unmittelbar nach den Feiertagen aus, wenn vielerorts plötzlich keine Konzerte mehr stattfinden – dabei sind wir noch mitten in der Weihnachtszeit!

In diesem Sinne hatte das SBC mit seinem Dirigenten Ekkehard Hauenstein ein Programm zusammengestellt, das nicht allein weihnachtliche Weisen aufgriff, sondern besinnliche mit pastoralen, aber ebenso »wuseligen« Klängen (Moderatorin Anna Franke / Trompete) verband. Originale Weihnachtsmusik gehörte ebenso dazu wie Filmmusik jener Klassiker, die zu Weihnachten im Fernsehen laufen.
Kein Wunder also, wenn das SBC mit Musik aus »Robin Hood« begann. Es paßte ebenso in den Ablauf wie später ein Marsch aus »Harry Potter« und eine Adaption zur Musik aus »Christmas Carol«, der Charles-Dickens-Verfilmung von Disney. Andächtig weihnachtlich wurde es zwischendurch aber auch, denn »Stille Nacht« spielte das SBC ebenso wie »Oh du fröhliche«. Ekkehard Hauenstein koordinierte nicht nur Stimmen und Temperamente, er kehrte auch die besonderen Qualitäten hervor: Mal das Funkeln des Blechs, vor allem aber überzeugte der warme, geschmeidige Klang des SBC.

Mit je vier Trompeten und Posaunen, dazu einer Tuba, glich die Besetzung einem Blechbläser-Standard – mitnichten! Denn die erste Trompete mußte ebenso wie die Tuba krankheitsbedingt binnen Tagesfrist ersetzt werden. Doch nicht nur Einspringer fanden sich beim SBC, auch »Herumspringer« – Thomas Schneider mußte am Schlagzeug Pauken, Vibraphon und manches mehr bedienen und oft mitten im Stück wechseln. Wie gut, daß ihn mit Robert Pfretzschner ein »Multifunktionalist« unterstützen konnte: der Posaunist wechselte (ebenfalls mitten im Stück) zu den Glocken und spielte schließlich noch Blockflöte – mit der Nase.
Im Weihnachts-Medley am Ende durften die »Drei Haselnüsse für Aschenbrödel« natürlich nicht fehlen. Nicht nur in Freiberg hat das SBC mit seinem Format – die frechsten Moderationen kamen von den Trompeten – sein Publikum gewonnen. Lange vor Beginn bildete sich bereits eine Schlange vor der Jakobikirche. Die besten Plätze waren begehrt, am Ende dürfte kaum einer freigeblieben sein. Für die 18. Auflage sieht es also gut aus.
31. Dezember 2025, Wolfram Quellmalz