Sternensingeraktion 2026 in Dresden

350 junge Sängerinnen und Sänger in der Sächsischen Staatskanzlei

Mit dem 6. Januar, dem Fest der Heiligen drei Könige, enden die Weihnachtsfesttage. In drei deutschen Bundeländern ist der Dreikönigstag sogar ein Feiertag. Für die Katholischen Gemeinden war dies der Höhepunkt der jährlichen Aktion der Sternensinger, die Segen in die Häuser bringen und Spenden sammeln. Mehr als 1,4 Milliarden Euro waren es seit 1959 bis zu diesem Jahr, in dem die Aktion unter dem Motto »Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit« auf weltweit geschätzt 138 Millionen (!) Kinder zwischen fünf und 17 Jahren aufmerksam macht, denen der Bildungszugang einer Schule fehlt. Nour, ein Mädchen aus Bangladesch, das in diesem Jahr auf dem Plakat der Sternensingeraktionen zu sehen ist, hat es bereits geschafft: die heute Zwölfjährige geht wieder zur Schule, will später einmal studieren, Anwältin werden. Doch sie ist eine von vielen – 54 Millionen Kinder sollen sogar unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen arbeiten. Trotz einer stärkeren Kontrolle der Märkte gelangen Produkte aus Kinderarbeit teilweise auch in Deutschland in den Handel.

Am Mittwoch versammelten sich die Sternensänger dieses Jahrgangs aus den Bistümern Dresden-Meißen und Görlitz in der Katholischen Hofkirche (Dresdner Kathedrale), wo sie von Bischof Heinrich Timmerevers begrüßt und nach einer Andacht auf den Weg geschickt wurden. Sie kamen nicht nur aus Dresdner Gemeinden, sondern aus Plauen, Zwickau, Auerbach, Leipzig, Riesa, Niesky, Schirgiswalde, Pirna, Coswig und Weinböhla. Insgesamt 350 Kinder hatten sich in diesem Jahr auf den Weg in die Landeshauptstadt gemacht.

350 Sternensinger in der Katholischen Hofkirche Dresden, im Hintergrund die Krippe, Photo: NMB

Bischof Heinrich Timmerevers erzählte den Gruppen von seinen diesjährigen Erlebnissen mit Sternensingern und sprach ihnen Mut zu beim Spenden sammeln. Neben Kreide und Aufklebern zum Beschriften der Häuser auf dem Weg der Sternensinger wurden Armbändchen (in diesem Jahr gelb – rot) gesegnet. Sie sollen als symbolisches Band die Gemeinschaft anzeigen. »20*C+M+B+26« (für »Christus mansionem benedicat« / »Christus segne dieses Haus«, plus Jahreszahl) schreiben sie über Türen von Häusern oder Räumen.

Die Pfarrei Heilige Mutter Teresa Chemnitz übernahm die gestalterische Federführung in der Staatskanzlei, wohin ein Großteil der Kinder nach der Andacht über die Augustusbrücke und den Elberadweg zog. Ein anderer Teil hatte sich da bereits auf den Weg in verschiedene Sächsische Ministerien gemacht.

Bischoff Heinrich Timmerevers spendete seinen Segen, Photo: NMB

In der Staatskanzlei wurden die Sternensinger von Staatsministerin Regina Kraushaar (Infrastruktur und Landesentwicklung) empfangen, die zunächst Grüße vom Ministerpräsidenten ausrichtete, der dieses Mal wegen eines anderen Termins nicht dabeisein konnte. Dafür waren noch zwei andere Staatsministerinnen anwesend: Barbara Klepsch (Kultur und Tourismus) sowie Constanze Geiert (Justiz) – alle drei waren übrigens nicht nur stellvertretend hier, sondern sind selbst Katholikinnen.

Regina Kraushaar bedankte sich bei den Sternensingern für ihr kommen und lenkte gleich zum eigentlichen Thema über – die bisherigen Aktionen wie das Beispiel des Mädchens Nour zeigten, wieviel man erreichen kann, auch mit kleinen Schritten. Es sei vor allem richtig und wichtig, auf Themen wie die Kinderarbeit hinzuweisen.

350 Sternensinger auf dem Weg zur Sächsischen Staatskanzlei, Photo: NMB

Die Sternensinger brachten neben ihren Liedern den Segen mit, den sie aussprachen. Levian durfte ihn sogar über das Portal der Haupthalle schreiben. Nach Grußworten und Texten aus Jesaja verteilten sich die Gruppen der Gemeinden im Haus der Staatskanzlei, um auf den verschiedenen Fluren oder in einzelnen Büros den Segen anzuschreiben – und noch einmal nach Spenden zu fragen.

Sternensinger mit den drei Staatsministerinnen in er Mitte, Photo: NMB

In den nächsten Tagen sind die Sternensinger weiter unterwegs. »Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit« sammelt für Projekte besonders in Bangladesch, wo ein Drittel der Bevölkerung in Armut lebt. Rund 1,8 Millionen Kinder sollen, zum großen Teil unter gefährlichen Bedingungen, arbeiten, statt zur Schule zu gehen.

8. Januar 2026, Wolfram Quellmalz

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