Festkonzert zum 750. Kirchweihjubiläum der Briesnitzer Kirche
Solche Jubiläen sind selten, sie zu »treffen« eine Besonderheit. Kantor Jonathan Auerbach konnte am Sonnabend das 750. Kirchweihjubiläum der Briesnitzer Kirche Sankt Marien mit der Gemeinde und der Kantorei feiern. Hoch oben auf dem Berg steht sie, ein wenig trutzig, erhaben, und scheint Geschichte(n) erzählen zu können. Siebenhundertfünfzig Jahre haben sich auch ins Mauerwerk eingetragen. Um so schöner, daß eine der ältesten Kirchen nicht nur Dresdens, sondern des oberen Elbtals, jetzt restauriert und herausgeputzt dasteht. Schon der Aufstieg zum Kirchberg ist beeindruckend, das Gotteshaus nicht minder. Innen nimmt es mit Gewölbe, reicher Ausmalung und Buntglasfenstern ein.

Neogotischer Turm der Briesnitzer Kirche (links) und Briesnitzer Kirche Sankt Marien (rechts), Photos von X-Weinzar, Mitte: historische Ansicht (Autor: Pietzsch) aus Band 5 des Saxonia Museum für saechsische Vaterlandskunde, Museum für saechsische Vaterlandskunde, Bildquellen: Wikimedia commons
Für das Festkonzert hatten sich neben der Briesnitzer Kantorei viele Dresdner Musiker und Sänger als Gäste eingefunden. Als Orchester hatte Jonathan Auerbach niemand anderes als das Philharmonische Kammerorchester Dresden (Konzertmeister: Alexander Teichmann) gewonnen, die Orgel übernahm Michael Schütze. Solisten waren Charlotte Thiele (Violine), Jennifer Riedel (Sopran I), Dorothea Wagner (Sopran II) und Samir Bouadjadja (Tenor).
Für den Feiertag hatte sich die Kantorei besonderes vorgenommen und eröffnete den Abend mit Händels »Hallelujah«-Chor (aus dem Messiah). Kaum weniger festlich war das folgende Violinkonzert KV 219 von Wolfgang Amadé Mozart mit Charlotte Thiele. Die junge Musikerin und Studentin war Teil einer musikalischen Generationenbrücke – nicht nur an diesem Abend: Vater Daniel Thiele, selbst Cellist und Philharmoniker, begleitete die Tochter im Orchester, Großvater Christian Thiele prägte als Amtsvorgänger von Jonathan Auerbach das Kantoreileben über mehr als 40 Jahre.
An Ruhestand denkt er offenbar nicht, selbst wenn KMD Christian Thiele mittlerweile auch die Leitung des Orchesters des Mozart-Vereins zu Dresden e. V. abgegeben hat. Gerade erst rief er den Freundeskreis Kirchenmusik der Kirche Dresden-Briesnitz ins Leben. Das Feiern galt also nicht allein dem Rückblick auf 750 Jahre Geschichte – sie wird in der Zukunft eine Fortsetzung finden.
Am Sonnabend führte die Fortsetzung zunächst in einen besonderen Dank – Felix Mendelssohns »Lobgesang«, eine Sinfonie-Kantate, die sich nach drei einleitenden Sätzen in hymnischen Gesang steigerte und dem Abend einen wunderbaren Ausklang gab.
6. November 2023, Wolfram Quellmalz
http://www.briesnitzer-kantorei.de
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