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Vor sieben Jahren, ungefähr zur selben Zeit, entdeckten wir erst für uns, dann für unsere Leser Elisa Shua Dusapin »Ein Winter in Sokcho«. In Heft 32 (Seite 8) können Sie unsere Rezension »Im Schneenebel« nachlesen. Fast statisch kam uns die atmosphärisch dichte Erzählung damals vor, hüllte uns ein in die Attribute des Schnees: helles, kristallines Licht, lebenspendende Sonne, aber auch eisige Kälte, weite Landschaft, Ruhe und ein »Bett« weichen Schnees …
Eine junge Koreanerin, die in Paris Französisch studiert hat (und eigentlich wieder zurückgehen möchte), trifft in der kleinen Pension, in der sie arbeitet, um sich das Geld für die Rückreise zu verdienen, auf einen Franzosen, einen Comiczeichner.
Im Buch begegnen sich beide ähnlich wortkarg (aber vertraut), wie die Umgebung kaum Farben außer weiß zu haben scheint. Nach und nach erfährt und erlernt man, Nuancen zu unterscheiden.
Nun hat Koya Kamura das Buch verfilmt, am Donnerstag (5. Februar) kommt es in die deutschen Kinos. Der Regisseur und Drehbuchautor und ein Großteil der Besetzung sind kaum bekannt. Koya Kamura ist bisher mit wenigen Filmen aufgetreten, zuletzt einem Kurzfilm (»Kidnapping John Malkovich«, 2024). Roschdy Zem (als Yan Kerrand) ist Cineasten dagegen als Charakterdarsteller wohlvertraut. Die Entscheidung, das Buch zu lesen oder den Film anzusehen, liegt ganz bei Ihnen – das schmale Bändchen schaffen Sie auch noch bis zum Filmstart!
30. Januar 2026, Wolfram Quellmalz

Regie: Koya Kamura, Darsteller: Bella Kim, Roschdy Zem, Park Mi-hyeon, Ryu Tae-ho
Zur Ausgabe 32 der NMB geht es hier: