Familienkonzert »Amazonien« des Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden im Asis-Panometer
Die Angebots- bzw. Ausbildungspallette des Heinrich-Schütz-Konservatoriums Dresden (HSKD) ist vielfältig und umfaß von klassischen Streichern über Chöre, Bläser und Bands bis zu Schlagwerkern und einem Gambenconsort nahezu alles, was in der Musik zu finden ist. Regelmäßig sind Familienkonzerte im Kalender des HSDK zu finden, die entweder besondere Schwerpunkte setzen oder in denen sich verschiedene Gruppen begegnen können. Die NMB hörten zum Beispiel schon Barockmusik im Landhaus, am vergangenen Freitag gab es im kleineren Format ein Konzert im Asis-Panometer Dresden, wo derzeit das 360°-Panoramabild »Amazonien« zu sehen ist.
Barockmusik blieb auch hier prägend, und so hatte sich Milko Kersten (Orchesterpädagoge am HSDK) passend zur »Umgebung« ein Programm ersonnen, bei dem sich verschiedene traditionelle Stücke ebenso begegnen konnten wie Instrumente oder Sprachen. Beispielsweise hatten christliche Missionare einst ihre Musik an Orte und in Länder wie Peru gebracht, wo in der Folge neue Werke entstanden, etwa eine Motette von Juan de Araujo, deren Text (»Hanaq pachap kusikuynin«) in der Sprache der Inka verfaßt wurde.
Die fernen Länder hatten europäische Künstler und Komponisten schon zuvor inspiriert, wie Jean-Philippe Rameau, der in seiner Ballettoper »Les Indes galantes« (Die galanten Inder) durch verschiedene exotische Länder »reiste«, also nicht allein nach Indien. Der Ausflug nach Peru war Teil des Familienkonzertes.
Musikalische Begegnungen gab es nicht allein unter den Instrumentalisten des Orchesters – die Schülerinnen und Schüler spielen sonst meist allein, in ihrem Klassenverband oder in kleinen Ensembles, während derartige Orchesterauftritte seltenere Projekte sind –, sondern ebenso in den Stimmen. Fanny Lamers, die wir unter anderem vom Dresdner Kammerchor kennen, übernahm neben einem Teil der Moderation die Solostimme, Raffael Rucker jene der Blockflöten – hier trafen sich also Sopran und Sopranino (die kleinste der Blockflöten). Auch Georg Philipp Telemanns Echo aus der Alsterouvertüre wurde auf diese Weise ausgelotet, dazu gab es zeitgenössische Gegenüberstellungen (»Streichholz in Manaus«).

Mitmachen durfte das Publikum, das heißt zum großen Teil die Familien der Schüler, auch. Denn in Amazonien muß man jederzeit mit schweren Regengüssen rechnen. Während Bässe und Pauken für den Donner sorgten, durften die Zuhörer mit raschelndem »Regenpapier« die Tropfen intonieren und den Donner mit Füßestampfen unterstützen.
27. März 2024, Wolfram Quellmalz
Das HSKD bietet zahlreiche Veranstaltungen wie Musizierstunden. Das nächste größere Konzert ist das Sonderkonzert der Dresdner Schulchöre – Frühlingskonzert des Dresdner Mädchenchores des HSDK am 14. April, 17:00 Uhr, HSDK, Glacisstraße 30 / 32
Die Ausstellung »Amazonien« ist erstmalig in Dresden zu sehen, 360° Panorama, Asisi-Panometer