Abschluß der Silbermann-Reihe in Reinhardtsgrimma

Weihnachtliche Vesper

Das kleine Reinhardtsgrimma mag eine kleine Gemeinde haben, doch seit Jahren wird hier eine Reihe mit vier Orgelkonzerten gepflegt, die innerhalb der Veranstaltungen an den Silbermann-Orgeln etwas Besonderes ist. Dafür sorgen schon der Ort, der zu Ausflügen einlädt, und die Dorfkirche von 1742. War sie schon zum Erntedank im Spätsommer schön geschmückt, übertraf dies noch der Weihnachtsschmuck am zweiten Weihnachtsfeiertag. So blieb bis auf die Empore wieder kaum ein Platz frei.

Vielleicht auch, weil das jeweils letzte Konzert bzw. in diesem Fall die Weihnachtsvesper bei freiem Eintritt stattfand. Pfarrer Markus Deckert begrüßte nicht nur die Gemeinde, sondern baute an mehreren Stellen eine Brücke zwischen der überlieferten Weihnachtsgeschichte und unserem Leben, das nach dem trubeligen, stressigen Tagen im Advent jetzt vielleicht Gelegenheit schafft, in der Weihnachtszeit zur Ruhe zu finden.

Solche Ruhe, auch eine Andacht, schließt Musik natürlich nicht aus. Und wie immer an diesem Termin wirkten Streicher und Bläser mit. Jan Katzschke hatte sein Ensemble Corona harmonica mitgebracht, in dem neben Oboe (Guido Titze oft als zweite Singstimme) die Violinen (Ulrike Tietze und Friederike Lehnert), die Viola (Stephan Pätzold) und der Kontrabaß (Thomas Grosche) mitspielten. Die von Sopranistin Jana Büchner vorgetragenen Texte waren teils sparsam, nur mit der Orgel begleitet, während Corona harmonica für instrumentalen Festglanz sorgte, manchmal trafen sie sich auf in einer Besetzungsmitte, auch wenn das Festtagsglänzen diesmal trotzdem wenig milder ausfiel.

Ensemble Corona harmonica auf der Orgelempore, Photo: NMB

In der Programmauswahl hatte Jan Katzschke wie gewohnt eine Verbindung von bekannten Titeln und weniger geläufigen Fassungen zusammengestellt. »Vom Himmel hoch« (Gemeindegesang) oder »Ich steh an deiner Krippen hier« (aus Schemellis Gesangbuch) gehörten zu den ersteren, aber schon »Wie schön leuchtet der Morgenstern« war zu Beginn eine kleine Überraschung, denn es erklang nicht im »Kleid« von Bach oder Buxtehude, sondern in dem von Gottfried August Homilius. Dazwischen bewies Guido Titze die ariosen Qualitäten im Adagio von Tomaso Albinonis Oboenkonzert, dessen Ecksätze eine festliche Virtuosität inszenierten. »Wie lieblich klingt es in den Ohren« aus Bachs Weihnachtskantate Ich freue mich in dir« (BWV 133) betonten wiederum gediegen den Anlaß der Vesper.

27. Dezember 2025, Wolfram Quellmalz

Auch im nächsten Jahr wird es die Weihnachtliche Vesper in Reinhardtsgrimma wieder geben. Davor stehen drei Konzerttermine im Kalender, der erste zu Himmelfahrt.

http://www.reinhardtsgrimma.hiller-musik.de/programmorgel.html

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