Vom Abschließen und Beginnen

Kreuzvesper zu Maria Lichtmeß

Einen Tag vor Sexagesimae (zweiter Sonntag vor der Passionszeit) und einen nach Lichtmeß bzw. dem Tag der Darstellung des Herrn wandte sich die Vesper in der Dresdner Kreuzkirche am letzten Sonnabend dem Abschluß des Weihnachtskreises zu. Nicht zuletzt wird zu diesem Anlaß während des Einzuges zu Lucas Osianders »Christum wir sollen loben schon« das Friedenslicht zu Betlehem ausgeteilt. In diesem Jahr sorgten Laurenzia Kampa und Katharina Salden (Sopran), Stefan Kunath (Altus), Jonas Finger (Tenor) und Clemens Heidrich (Baß) für diesen Einzug, der Vers für Vers voranschreitend auch nach und nach die Lichterzahl in der Kreuzkirche wachsen ließ. Kreuzorganist Holger Gehring unterstrich dies mit einem der festlichsten Praeludien Johann Sebastian Bachs, in Es-Dur (BWV 551,1).

Mit dem Abschluß standen die entsprechenden Lesungen auf dem Programm (Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan / Galater 4, 4, Gottes Knecht wird das Licht der Völker / Jesaja 49, 1–6, später Die Erniedrigung und Erhöhung Christi / Hebräer 2, 14–18 sowie Jesu Beschneidung und Darstellung im Tempel / Lukas 2, 22–35).

Maria Lichtmeß (bzw. Maria Reinigung), Wandteppich (Tapisserie), Liebfrauenmünster (Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg), Bildquelle: Wikimedia commons

Die Capella Sanctae Crucis Dresden um Christiane Gagelmann und Anne Schumann (Barockviolinen) blieb musikalisch ganz dem Weihnachtskreis, auch mit vielen pastoralen Stücken, verhaftet. Christian Siegmund Liebes prächtige, von einer Intrada eingeleiteten Kantate »Das neugeborne Kindelein« zählte ebenso dazu wie Johann Schelles »Ehre sei Gott in der Höhe«, die ihr in nichts nachstand. Mit Barockposaunen und -trompeten, Zinken und Pauken wurden der Festkreis angemessen geschlossen, incl. der »Verabschiedung« von Weihnachtsbäumen und -sternen. Später unterstrich in Johann Schelle Choralkantate (bzw. sogar Choralkonzert) »Vom Himmel kam der Engel Schar« mit der »Vom-Himmel-hoch«-Melodie, daß ein neues Kirchenjahr den Kreis dereinst wieder beginnen wird.

Unter den Solisten stachen besonders die beiden Sopranistinnen sowie Jonas Finger mit ihrer gestalterischen Ausdruckskraft heraus. Mehr als abgerundet wurde das Programm neben den Gemeindegesängen (aus EG 276 »Ich will, solang ich lebe«, EG 308 »Mein Seel, o Herr, muß loben dich« und EG 55 »O Bethlehem, du kleine Stadt«) und der Choralbearbeitung »Mit Fried und Freud ich fahr dahin« (BWV 616 aus dem »Orgelbüchlein«) von Johann Sebastian Bach.

4. Februar 2024, Wolfram Quellmalz

Am kommenden Sonnabend gedenkt der Dresdner Kreuzchor in seiner Vesper der Zerstörung Dresdens am 13. und 14. Februar 1945. Neben der traditionell aufgeführten Trauermotette »Wie liegt die Stadt so wüst« von Rudolf Mauersberger erklingt Gabriel Faurés Requiem. Solisten: Alina Wunderlin (Sopran) und Andreas Scheibner (Baß), Leitung: Kreuzkantor Martin Lehmann. Musiker der Sächsischen Staatskapelle Dresden begleiten die Vesper.

https://www.kreuzkirche-dresden.de

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