Alle treffen sich bei Mozart

Mozart-Verein Dresden holt Konzert nach

Fast auf den Tag genau zwei Jahre ist es her, daß der Mozart-Verein Dresden ein Konzert geben konnte, alle Termine seitdem waren abgesagt worden. Am Sonntagnachmittag wurde in der Christuskirche Klotzsche nicht nur ein Teil des geplanten Programms nachgeholt, es war auch der erste Auftritt von Vladyslav Vorobel, dem neuen Künstlerischen Leiter des Laienorchesters. Der Publikumszuspruch war gewohnt hoch – das ist also geblieben.

Geblieben sind auch die Programmgestaltung und die Entdeckerlust. Mozart vereinte dabei nicht nur Musiker und Publikum, sondern auch die Komponisten – Joseph Haydn war mit Mozart befreundet, der Londoner Johann Christian Bach war die vielleicht bedeutendste unter den frühen Begegnungen des jungen Mozart, der Böhme Joseph Reicha  musizierte mit ihm und seiner Nannerl in Salzburg. Am Sonntag fanden die vier Komponisten wieder zusammen.

Dabei darf man eine weitere wichtige Funktion von Liebhaber- oder Projektorchestern nicht vergessen: sie bieten jungen (und jüngsten) Nachwuchstalenten eine wertvolle Auftrittsmöglichkeit. Hannah-Katharina Philipp hat bereits als Schülerin viele Musikpreise gewonnen, mittlerweile studiert sie an der Hochschule für Musik in Dresden. Im Konzert für Fagott und Orchester B-Dur von Wolfgang Amadé Mozart bewies sie Eloquenz und Kantabilität. Der Komponist hat mit ausgedehnten Kadenzen dafür gesorgt, daß Instrument dorthin zu rücken, wo es hingehört – in die Mitte! Daß ein Fagott mehr als nur ein Baß ist, bewies auch Hannah-Katharina Philipps Zugabe: ein Satz aus Gordon Jacobs hochvirtuoser PARTITA.

Zum Orchester des Mozart-Vereins gehören ebenfalls manche Solisten. So wurden sowohl Joseph Haydns »Armida«-Ouvertüre als auch Johann Christian Bachs Sinfonia B-Dur, welche den Abend umfaßten, immer wieder von der Oboenstimme getragen.

Die Bläser sind ohnehin wirklich gut besetzt – da konnte Vladyslav Vorobel ein Stück aufs Programm setzen, wie es Mozart ziemlich sicher gefallen hätte: Joseph Reichas Parthia für Bläser und einen Kontrabaß – eine herrliche Entdeckung, passend zur Serenadenzeit! Die Tonart B-Dur des Abschlußstückes von Johann Christian Bach, merkte Vladyslav Vorobel an, stehe für die Hoffnung. Also hoffen wir auf das Frühjahrskonzert des Mozart-Vereins. Auch dann soll es Musik eines Böhmen geben: das Flötenkonzert von Antonio Rosetti.

15. November 2021, Wolfram Quellmalz

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