Auf der Suche nach der Balance

Gounods »Roméo et Juliette« läßt an der Semperoper viele Wünsche unberücksichtigt Vor fünfzehn Jahren landete die Sächsische Staatsoper als eine der letzten Premieren in der Intendanz von Gerd Uecker mit »Faust / Margarethe« einen großen Erfolg. Keith Warner hatte damals Charles Gounods Goethe-Adaption spannend auf die Bühne gebracht. Würde das Haus dreieinhalb Intendanzen später mit … Auf der Suche nach der Balance weiterlesen

Novitäten der Tradition

Kammerabend der Sächsischen Staatskapelle überzeugt mit ungewöhnlicher Programmierung Das gab es in der über 170 Jahre langen Tradition der Kammerkonzerte der Sächsischen Staatskapelle vielleicht noch nicht, zumindest nicht in den letzten Jahr(zehnt)en: Normalerweise kommen die Musiker in verschiedenen, nicht permanenten Formationen zusammen, spielen an einem Abend Trios, Quartette oder Quintette. Doch am Mittwoch gestaltete das … Novitäten der Tradition weiterlesen

Bluthochzeit

Wiederaufnahme von Lucia di Lammermoor an der Semperoper Schon Walter Scotts Romanvorlage ist schaurig und düster, Gaetano Donizettis Erfolgsoper ist es trotz italienischer Sprache und seiner Musik ebenso – »Lucia di Lammermoor« bleibt ein Schauerstoff. In der Inszenierung von Dietrich W. Hilsdorf wird dies noch betont: alles ist schwarz-weiß, die Orte der Ravenswoods und Ashtons, … Bluthochzeit weiterlesen

Und koste es mein Leben!

Wiederaufnahme von »Tosca« begeistert das Publikum der Semperoper Gleich zwei Männer sind bereit, ihr Leben hinzugeben: der Maler Mario Cavaradossi will den Freund und ehemaligen Römischen Konsul, Cesare Angelotti, vor den Häschern des perfiden Polizeichefs Scarpia retten. »Koste es auch mein Leben, ich rette Euch!« – wie schnell seine Worte Realität werden sollten, hätte Cavaradossi … Und koste es mein Leben! weiterlesen

Im weiten Bogen

Sächsische Staatskapelle zeigt sich im Aufführungsabend kammermusikalisch bis sinfonisch Innere oder thematische Bezüge schien es gestern im dritten Aufführungsabend der Sächsischen Staatskapelle weniger zu geben, aber dennoch elementare Zusammenhänge, vor allem im Hervortreten einzelner Instrumentengruppen. Unter der Leitung von Dirigentin Anna Rakitina waren es sozusagen die Elemente, die den Ton bestimmten. Dritter Aufführungsabend der Sächsischen … Im weiten Bogen weiterlesen

Neu zusammengestellt – gut aufgelegt?

Semperoper holt »Lohengrin« von Christine Mielitz wieder hervor Unter den Inszenierungen der Dresdner Semperoper gehört Richard Wagners »Lohengrin«, von 1983 stammend, mittlerweile zu den ältesten. Wie »La bohème« von der gleichen Regisseurin feierte er bereits 1983 seine Premiere – damals, zwei Jahre vor der Wiedereröffnung der dritten Semperoper, noch im Großen Haus des Staatsschauspiels. Mit … Neu zusammengestellt – gut aufgelegt? weiterlesen

Schade um Sibelius, schön für Dvořák

Joshua Weilerstein feuerte als Einspringer Debut bei der Sächsischen Staatskapelle Die Absage von Herbert Blomstedt für das achte Sinfoniekonzert bei der Sächsischen Staatskapelle war doppelt bedauerlich. Einerseits erwarteten viele den Auftritt des nicht nur Ehren- sondern verehrten Dirigenten, andererseits hatte er eine der Sinfonien Jean Sibelius‘ im Programm. An sich bereits selten im Konzert zu … Schade um Sibelius, schön für Dvořák weiterlesen

Der Mahler-Verführer

Daniele Gatti und die Sächsische Staatskapelle sorgen im Sinfoniekonzert für einen Mahler-Höhepunkt Nachdem im Sonderkonzert »Natur pur« bereits fünf der Wunderhorn-Lieder von Gustav Mahler erklungen waren, erlebten die Zuhörer in der Semperoper am Sonntag mit den verbleibenden sechs der vom Komponisten orchestrieren Lieder einen Vormittag, den man getrost als »Kapelle pur« hätte bezeichnen können. Zwar … Der Mahler-Verführer weiterlesen

Die Kraft des Requiems

Sächsische Staatskapelle und Daniele Gatti zelebrieren Verdis »Messa da Requiem« Giuseppe Verdis »Messa da Requiem« gehört unter den Requiem-Vertonungen zu den emotionalsten, opernhaftesten. Nicht nur, daß man den Autor von »Don Carlos« und »La forza del destino« unmittelbar erkennt, sein Requiem, aus Anlaß des Todes von Gioachino Rossini begonnen, wollte Verdi gar nicht in einem … Die Kraft des Requiems weiterlesen