Jan Katzschke und Ercole Nisini bei »Orgel plus«

Reihe in Altkaditz für 2017 beendet

Wie in jedem Sommer lud die Laurentiuskirchgemeinde Dresden-Trachau auch in diesem Jahr in die Emmauskirche Altkaditz zur Reihe »Orgel plus«. Hinter dem »plus« verbirgt sich jeweils ein musikalischer Partner – in diesem Jahr die Sopranistin Friederike Urban am 23. Juni (Orgel: Elke Voigt) und der Perkussionist Ulrich Graefe am 21. Juli (Orgel: Marcus Steven). Am Freitag fand die Reihe mit dem Organisten Jan Katzschke ihren Abschluß. An seiner Seite spielte Ercole Nisini auf der Barockposaune.

Daß Posaunen einen warmen, »runden« Klang mit der Strahlkraft eines »Verkünders« verbinden, ist einer der Gründe dafür, daß Posaunenchöre so beliebt sind. In der Barockposaune findet sich dieser Charakter wieder, jedoch kann sie noch gedämpfter, noch weicher erklingen, fast könnte man von »Leisheit« sprechen. Nicht im Chor diesmal, sondern allein gehörte ihr die Gesangsstimme neben der Orgel und sie mag manchen gerade mit diesem leisen, gedämpften Klang überrascht haben. In Stücken wie Girolamo Frescobaldis Canzona la superba oder Francesco Rognonis »Pulchra es« del Palestrina wurde die Klangkultur des 16., 17. und 18. Jahrhunderts lebendig, und diese leitet sich oft vom Gesang ab, nicht nur dann, wenn es sich um Bearbeitungen aus Kantaten, Motetten oder Opern handelte. Mit zwei Arien aus Georg Friedrich Händels »Rinaldo« schloß der Abend, doch zuvor waren auch »Ich liege und Schlafe« (Heinrich Schütz) und »Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ« (Dieterich Buxtehude) erklungen.

Neben Meistern wie Schütz, Buxtehude und Bach dienten aber auch Werke Diego Ortiz‘ für musikalische Bereicherung und Ergötzung. Daß hier zwei aufeinander abgestimmte Partner wirkten, war deutlich zu spüren. So ließ Jan Katzschke die Orgel, ein modernes Instrument in altem Gehäuse, als einfühlsame Begleiterin erklingen. Daß diese keineswegs nur nach »kleiner Dorfkirchenorgel« zu klingen vermag, davon konnten sich die Zuhörer in Buxtehudes Passacaglia d-Moll oder Johann Sebastian Bachs Praeludium und Fuge G-Dur (BWV 541) überzeugen. Weit, vernehmlich und strahlend ließ Jan Katzschke diese Werke durch den Raum fluten.

Mit dem Herabsinken der Dämmerung draußen verloschen musikalisches Licht und Farben drinnen keineswegs. Im Gegenteil war eine anregende Spannung zu spüren, aber auch die Ruhe des Loslassens, woran Pfarrer Thomas Markert in seinem Geistlichen Wort erinnerte.

Selbst wenn das Wetter und die Umbaumaßnahmen am Pfarrhaus das anschließende Sitzen unter der Linde etwas einschränkten, blieben dennoch noch viele Besucher zum Nachsinnen und für Gespräche bei kleinen Erfrischungen. Händels festliche Arien als Abschlußstücke waren gleichzeitig auch eine Verabschiedung der Organisatorin und Kirchenmusikerin Gisela Semper, die sich zum Ende des Jahres beruflich verändert. Die Orgel-plus-Reihe aber wird, dann in den Händen ihres Nachfolgers oder ihrer Nachfolgerin, auch 2018 weiterbestehen.

12. August 2017, Wolfram Quellmalz

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