Junge Matinée startet ins neue Jahr

Musikschüler stellen Programme für »Jugend musiziert« vor

Schon vor Eröffnung des neuen Hauses der Sächsischen Landesärztekammer bestand der Wunsch, die Räume für die Kunst zu öffnen. Seit 1997 kommen nun »Kunst und Heilkunst«, wie die Pressemappe sagt, zusammen. Während im Foyer regelmäßig Ausstellungen gezeigt werden, findet seit nun über zwanzig Jahren im Plenarsaal die »Junge Matinée« statt, wofür sogar ein kleiner Konzertflügel angeschafft wurde. Lange fanden die Veranstaltungen – mit Ausnahme der Sommerpause – an jedem ersten Sonntag im Monat statt. Mittlerweile wurde das Programm zwar reduziert, dennoch sind auch in diesem Jahr fünf Matinéen in der Landesärztekammer zu erleben.

Zum Auftakt 2018 am Sonntag konnten die Besucher zur Einstimmung schon im Eingangsbereich erfahren, wie sich »Der besondere Moment« darstellen läßt. Noch bis zum kommenden Sonnabend (21.) sind in einer Ausstellung Holzschnitte und Bilder des Radebeuler Künstlers Michael Hoffmann zu sehen. Auf dem Programmzettel des Konzertes standen diesmal Beiträge von jungen Musikerinnen und Musikern des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik. Es gehört neben der Musikhochschule, dem Heinrich-Schütz-Konservatorium oder der Musikschule des Landkreises Meißen zu den Partnern der Reihe. Die Schüler bereiten sich auf den Wettbewerb »Jugend musiziert« (Regionalstufe) vor, welcher in den kommenden beiden Wochen stattfindet.

Das Programm war entsprechend anspruchsvoll und gab einen Einblick in die Arbeit der jungen Musiker, die sich mit ihren Werken ebenso auseinandersetzen (müssen) wie Studenten oder Berufsmusiker. In diesem Jahr werden Preise unter anderem in den Kategorien Holzbläser Solo, Gitarre Solo und Duo Lied vergeben, was sich in der Auswahl der Stücke niederschlug. Robert Arnold (9. Klasse) und Samuel Gottlebe (10.) brachten selten zu hörende Gitarrenliteratur aus Lateinamerika und einen deutschen Ragtime von Dieter Kreidler mit, Annabell Hertrampf (10.) hatte ein kleines Liedprogramm von Schumann bis zu Schubert (»Die Forelle«) dabei, das bis ins anspruchsvolle französische Repertoire reichte (die elegante Sprache ist nämlich durchaus nicht so leicht zu singen, wie man meint). Sie trat übrigens im Wettbewerbsduo mit Emilia Ebert (ebenfalls 10. Klasse) auf, während Annemarie Knauer (Flöte, 5.), Nathaniel Heine (Oboe, 7.) Helene Joana Klemm (Flöte, 7.), Oliver Zschiedrich (Oboe, 10.) und Magdalena Greuner (Flöte, 12.) von Dozenten begleitet wurden. Das gehört dazu: Blumen entgegennehmen und noch einmal verbeugen, daß der korrekte »Rahmen« eingehalten wird, ist auch ein wenig Sache des Mentors.

Die Leistungen waren im einzelnen bereits beeindruckend und vielversprechend. Oliver Zschiedrich sei hier mit seiner beeindruckenden Interpretation des Oboenkonzertes von Ralph Vaughan Williams nur stellvertretend erwähnt. Neben den (für ein klassisches Konzert) exotischen Gitarrenfarbtupfern bewiesen Lenny Kramer und Julia Hellmund (beide 10. Klasse) am Schluß, daß ein Duo aus Kontrabaß und Klavier (Astor Piazzollas »Kicho«) mächtigen »Drive« entwickeln kann.

15. Januar 2018, Wolfram Quellmalz

Als nächstes Konzert findet am 25. März 11:00 Uhr eine Klaviermatinée statt. Bereits am 25. Januar 19:30 Uhr lädt die Landesärztekammer zur Vernissage der neuen Ausstellung. Gezeigt werden Arbeiten von Volker Lenkeit (bis 22. April).

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