Musikalische »Maskeraden« auf Schloß Albrechtsberg

Hochschule für Musik Dresden setzt Konzertreihe fort

Im vergangenen Jahr war die Musikhochschule in den Kronensaal des Schlosses Albrechtsberg zurückgekehrt. Die Wiederbelebung der Konzertreihe mit besonderen Programmen (statt der früher hier aufgeführten Klassennachmittage) hat sich als Erfolg erwiesen, wie das Konzert am Sonntagnachmittag wieder zeigte – ausverkauft.

Dabei folgte der Programmablauf mit unterschiedlichen Stücken und Besetzungen frei dem Motto des Studienjahres »Masquerade«. Erneut waren auch Musikschüler eingebunden, wie Mala Suraja Faust (Charles-Auguste de Beriot »Scene de Ballet) und Charlotte Herberg (Fritz Kreisler »Praeludium und Allegro im Stile von Gaetano Pugani, beide Violine, 7. Klassen des Landesgymnasiums für Musik), schon zu Beginn hatte Nikolaus Branny (Klavier, 10. Klasse) mit Robert Schumanns »Faschingsschwank aus Wien« aufhorchen lassen.

Mit Dake Li (Klarinette / Klasse Joachim Klemm) kamen dann die Studenten an die Reihe. Von Sonja Gimaletdinow, die auch durchs Programm führte, begleitet, erklangen die Stücke für Klarinette und Klavier »Fasching«. Komponist Rainer Lischka wohnte diesem Konzert übrigens bei und freute sich, sein Werk nun einmal im Ganzen zu hören, denn sonst werden nur einzelne der ursprünglich für einen Wettbewerb geschriebenen Stücke gespielt, oft nur der »Marsch der Räuberbande« (Nr. 1). Dabei zeigte sich, daß gerade die »ambivalenten« Figuren (»Ein Doppelgesicht« und »Ein ungleiches Paar«) auch musikalisch erlebbar werden, wenn sie bedächtig, aber auch trügerisch oder zweifelhaft undurchsichtig erscheinen.

Mit Henryk Wieniawskis »Faust-Phantasie« (Naoko Fujita / Klasse Annette Unger) und André Jolivets »Chant de Linos (Ruth Pereira Medina (Flöte / Klasse Stéphane Réty) kamen zwei Werke zur Aufführung, die eine technische Meisterschaft ebenso erfordern wie Gestaltungsvermögen. Die beiden jungen Musikerinnen beeindruckten hier jeweils nachhaltig! Mit großer Gestaltung und Stimme gewann einmal mehr Jussi Juola (Baß) das Publikum für sich. Die drei Lieder aus Maurice Ravels »Don Quichotte à Dulcinée« wechselten auch mehrfach die Maske: romantisch ausgesponnen, episch düster und mit derber Fröhlichkeit (Trinklied).

Für einen heiteren Abschluß des chamäleonesken Konzertes sorgte schließlich Camille Saint-Saëns »Carneval der Tiere«. In Kammerbesetzung gelang dieses Werk fein und charaktervoll, mit der zauberischen Welt des »Aquariums« (Flöte: Alexander Sidoruk), und nicht nur der berühmte »Schwan«, den Anna Skladannaya elegant nachzeichnete – selbst die Fossilien waren hier quicklebendig!

Das nächste Konzert der Reihe soll im Januar dann unter dem Motto »Images and Imaginations« (Bilder und Wahrnehmungen) stehen. Weitere Informationen unter http://www.hfmdd.de

16. April 2018, Wolfram Quellmalz

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