Nachtrag zu den 3. Dresdner Meisterkursen für Musik

Im Mittelpunkt stehen die zukünftigen Meister

Vor zwei Jahren hatten die Professoren Ekkehard Klemm und Andreas Baumann erstmals einen Dresdner Meisterkurs für Musik (DMM) initiiert. In der zweiten Augusthälfte kamen zahlreiche Studenten nach Dresden und ließen sich von Dozenten der Hochschule und Gästen intensiv unterrichten. Die Resonanz ist schon 2013 so groß gewesen, daß eine Wiederauflage schnell beschlossen war. »Macht Musik?!« hieß es im vergangenen Jahr gewollt doppeldeutig, wobei man nicht nur für einen thematischen Rahmen und Gesprächsstoff, sondern auch für das Podium sorgte. Friedrich Schorlemmer brachte in einem unterhaltsam-sinnreichen Abend eigene Ansichten und Erinnerungen mit, auch seine Lieblingsstücke. Thomas de Maizière, Jan Vogler, Stephan Mösch und Manuel Gervink diskutierten um das Thema »Macht Musik?!«, um gesellschaftliche Bedeutung und »Alltagsfunktion«.

Mit »Ton – Art – Sprache« wurde das erfolgreiche Konzept in diesem Jahr fortgesetzt. Aus neunzehn Ländern kamen die Studenten für 98 Plätze. Sie nutzten ihre Semesterferien, um in Intensivkursen neue Erfahrungen zu sammeln. Auch diesmal wurde der thematische Rahmen ernst genommen, wovon eine Ausstellung Peter Alberts in den Räumen der Hochschule ebenso zeugt wie der literarisch-musikalische Abend mit dem Bundestagsabgeordneten Wolfgang Thierse und Corinna Simon: Beide gaben Einblick in das Schaffen von Autoren und Komponisten aus DDR und (ehemaliger) BRD – höchst entdeckenswert auch die Komponisten, deren Werke im Gegensatz zu den Texten weniger bekannt gewesen sein dürften. Aber auch Schriftsteller Ingo Schulze, Philharmonie-Intendantin Frauke Roth, der Rektor der Hochschule für Bildende Künste Dresden Matthias Flügge und die Choreographin Arila Siegert waren mit Gesprächsabenden bzw. in Vorträgen zu erleben. Prominent besetzt auch die Riege der Meisterdozenten: Sie reichte von »Hauskräften« wie Igor Malinowski und Pauline Sachse bis zu prominenten Gästen wie Kammersänger Roman Trekel oder Natalia Prischepenko, die nach dem Moritzburg Festival noch in Dresden geblieben war. Rektor Ekkehard Klemm gab erstmalig einen Meisterkurs für Dirigentinnen und Dirigenten. Hier wurde neben »Standardwerken« auch solche erarbeitet, die eben nicht »Standard« sind. Am neuesten sicherlich »kar« von Mark Andre (ebenfalls ein Dresdner Hochschulprofessor). Die Resultate dieses Kurses konnten dank der Unterstützung des Philharmonischen Kammerorchesters um Wolfgang Hentrich in einem zweimal aufgeführten Abschlußkonzert gehört werden.

Zum zweiten Mal bei den DMM dabei war Cellistin Marie Elisabeth Hecker. Sie unterrichtete eine Klasse aus dem Sächsischen Landesgymnasiums für Musik, also des Hauses, wo sie selbst einst zur Schule gegangen ist. Damit setzte die Hochschule die Zusammenarbeit mit dem Landesgymnasium fort, die alljährlich unter anderem auch durch Gastkonzerte des Jugendsinfonieorchesters im Konzertsaal der Hochschule belebt wird. Daß dies kein »kleiner« Maßstab ist, ließ und läßt sich nicht zuletzt am Mitwirken von Dirigenten wie Sir Colin Davis oder Vladimir Jurowski, aber auch an Jungstudenten ablesen, welche bereits Unterricht an der Hochschule erhalten, während sie noch die Schule des Gymnasiums besuchen. Somit war das hohe Niveau der Cello-Schüler durchaus bemerkenswert, aber als Konsequenz der Ausbildung auch nicht verwunderlich.

Neben den beiden Konzerten mit dem Philharmonischen Kammerorchester gab es weitere vier »Meisterkonzerte«, und hier standen ausnahmslos die Nachwuchsmusiker im Mittelpunkt. Während andere Formate – was nachvollziehbar ist – prominenten Gastdozenten eine Bühne bieten, gehört diese bei den DMM allein den Teilnehmern der Meisterkurse. Jeweils von einem der beiden Initiatoren moderiert waren die Meisterstudentinnen und Meisterstudenten im Konzertsaal der Hochschule, aber auch in der »Schützkapelle« des Residenzschlosses zu erleben. Dabei überzeugten die Veranstaltungen sowohl hinsichtlich der Qualität der Aufführungen als auch in bezug auf die Neugier des Publikums. Auch schön: Ein Wiedererleben ist wahrscheinlich, denn von den Schülern des Landesgymnasiums werden in absehbarer Zeit einige an die Hochschule wechseln. Und auch von den Studenten, die zunächst als Gäste nach Dresden kamen, haben sich in der Folge manche dazu entschieden hierzubleiben oder wiederzukommen. Fortsetzung folgt also? Bestimmt…

September 2015, Wolfram Quellmalz

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