Szymon Goldberg Award 2026 vergeben
Vergangene Woche wurde auf Schloß Colditz der siebzehnte Szymon Goldberg Wettbewerb ausgetragen, dessen Namensgeber bereits sechzehnjährig Konzertmeister der Dresdner Philharmonie wurde. Später wechselte Szymon Goldberg zu den Berliner Philharmonikern, spielte aber auch Kammermusik (unter anderem im Trio mit Paul Hindemith und Emanuel Feuermann). Die Dresdner Professorin Annette Unger leitet den Wettbewerb, zur sechsköpfigen Jury gehören außerdem Ralf-Carsten Brömsel (ehemaliger Konzertmeister der Dresdner Philharmonie) sowie die frühere Preisträgerin Nahwon Eunmi Lee. Unentbehrlich ist auch die Begleitung der jungen Talente am Klavier durch Edgar Wiersocki und SunPil Kim (Dozenten der HfM Dresden).
Nach der Eröffnung am Sonntag (19. April) spielten neunzehn Teilnehmer aus Chile, Deutschland, Japan, Italien, Portugal, Korea und der Türkei neben den parallellaufenden Meiserkursen ohne Wettbewerb um den Szymon Goldberg Award. Am intensivsten war die zweite Runde (Montag bis Mittwoch), direkt im Anschluß ans Finale (Donnerstag) konnten Besucher des öffentlichen Wettbewerbs die Resultate sofort erfahren. Wer mochte, erlebte es am Freitag etwas gediegener, als sich die Preisträger in einem Festkonzert vorstellten.

Annette Unger freute sich über ein sehr hohes, gleichmäßiges Niveau. Eine einzelne höchste Leistung (Punktierung in allen Runden), für die es den »Grand Prix« gegeben hätte, war diesmal nicht zu verzeichnen. Der erste Preis ging an Jungyeon Kim aus Korea, den zweiten teilten sich Minjung Kim und Seunghee Jung, der dritte ging an Suin Oh (alle Korea). Im Fach Viola wurde ein zweiter Preis an Vanessa Valenzuela aus Chile vergeben.
Darüber hinaus wurden Diplome an Tabea Monzer (Deutschland), Sungryung Lee und Miji Yeo (beide Korea) vergeben. Den Preis der Jugendjury errang Ayame Kniewasser aus Deutschland. Außerdem erspielten sich die Teilnehmer Sonderpreise für die beste Interpretation des Werkes eines Dresdner Komponisten sowie Kursstipendien.

Die Preisträger sind in jedem Jahr, teils sogar als Solisten vor einem Orchester, in Konzerten zu erleben, die auch in Dresden stattfinden (Musikhochschule, Villa Wollner, Ankündigungen über die entsprechenden Internetseiten).
Im kommenden Jahr sind Wettbewerb und Meisterklasse im Mai geplant. Als Würdigung im Hinblick auf das Trio Goldberg / Hindemith / Feuermann gibt es dann erstmalig auch eine Ausschreibung für Violoncello.
27. April 2026, Wolfram Quellmalz