Traditionelles Adventskonzert in der Dresdner Frauenkirche

Seit vielen Jahren unterstützen das ZDF und die Commerzbank die Dresdner Frauenkirche. Schon den Aufbau haben sie – damals noch mit der Vorgängerinstitution Dresdner Bank – begleitet. Eine der Traditionen ist das Adventskonzert, das jeweils am Vorabend des ersten Adventssonntages aufgezeichnet wird. Als »Hausorchester« und »Aushängeschild« ist die Sächsische Staatskapelle stets dabei, mit internationalen Gästen ebenso wie mit Dresdner Künstlern, Chören.

In diesem Jahr hatte man die bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva und den italienischen Baßbariton Luca Pisaroni eingeladen. Sie setzten Glanzpunkte in einem feierlichen Programm – es war vielleicht das schönste und beste Adventskonzert der letzten Jahre. Mit dem Eingangschor des Weihnachtsoratoriums beginnend (Sächsischer Staatsopernchor) hatte Dirigent Donald Runnicles für musikalische Weihnachtsstimmung gesorgt, mit Luca Pisaroni und »Großer Herr, o starker König« aus Johann Sebastian Bachs Werk legte er gleich noch einmal nach, um gleich anschließend abseits dessen, was unbedingt zur Weihnachtsmusik gehört, aber auch (allzu) oft gespielt wird, mit Carl Maria von Webers »Weihnachtslied« andere Pfade einzuschlagen. Schon hier erwies sich Sonya Yoncheva als einfühlsame Sopranistin der Weltspitze. Mit warmen Timbre, aber auch wunderschönem Glanz bezauberte sie schließlich noch – ein absoluter Höhepunkt, auch im Jahresmaßstab – mit Charles Gounods »Repentir«.

Und dennoch war es kein »Glammourabend«, sondern ein feierlicher und besinnlicher. Dafür sorgten auch der Dresdner Kreuzchor (Leitung: Peter Kopp), welcher im kommenden Jahr seinen 800. Geburtstag feiern wird, also – wie eine Dame neben mir bemerkte – älter ist als der Striezelmarkt (!). Mit Max Regers »Es kommt ein Schiff geladen« sowie Samuel Seidels »Uns ist ein Kind geboren« trug er stimmungsvoll zum Glanz des Abends bei. Donald Runnicles verstand es, die Staatskapelle so zu leiten, daß ihr Klang die Frauenkirche aufs angenehmste ausfüllte.

Zentraler Punkt der Frauenkirche und ein Prunkstück ist – die »Göttin der Instrumente« – die Kern-Orgel über dem Altarraum. Samuel Kummer improvisierte daran sehr frei und weit über das Weihnachtslied »Macht hoch die Tür«.

Auf Zugaben müssen die Zuhörer des Adventskonzertes leider (meist) verzichten, nicht aber auf einen feierlichen Abschluß – Georg Friedrich Händels »Tochter Zion« mit allen Beteiligten. Na, dann kann es ja losgehen. Mit etwas Besinnung bitte…

29. November 2015, Wolfram Quellmalz

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