Musikalischer Spaß im Dresdner Kraftwerk Mitte

Musicalprojekt des FB Lehramt Musik

Zum dritten Mal haben die Studenten der Fachrichtungen Lehramt der Hochschule für Musik ein Musiktheaterstück auf die Bühne gebracht. Diesmal ein Musical mit selbst verfaßten und komponierten Liedern.

»BARlesque – Verliebt.Verkauft.Verloren« erzählt von einer Bar und vom Leben, der täglichen Tretmühle. Die Bar scheint ebenso individuell wie austauschbar – so wie die Menschen, die hier agieren: eine Putzfrau, ein Manager, ein Barkeeper, Showgirls… Sogar Gäste gibt es. Zwei nur, aber sie schlagen die Brücke zum Publikum, das den Rest der Gäste »darstellt«. Einmal geht es rund um die Uhr – selbst dieser monotone tägliche Ablauf ist austauschbar. Anfang und Ende gleichen sich daher mit dem Auftritt der Putzfrau.

Sie liebt den Pianisten, der aber (eine Stumme Rolle) ihre Liebe nicht erwidert, sondern sich Madame Sœurette hingibt. Es ist im Grunde wie überall im Leben, in jedem Büro, an jedem Arbeitsplatz: jeder hat Träume, jeder versucht, sich durchzuschlagen, jeder ist irgendwo frustriert. Am erfolgreichsten sind die, die scheinbar keine Träume haben, wie der Manager (Maximilian Nicolai), der Sinnsprüche verdreht und zur Maxime werden läßt (»Der Mensch lebt vom Brot allein«).

Martin Kimse (auch als mosernder »Pimp«) hatte die Stückidee, entwarf erste Texte und ein Libretto. Christoph Gusenick und Benjamin Hecht entwickelten daraus Dialoge und den fertigen Text, die Melodien steuerten Sabine Dietze, Martin Kimse, Maximilian Nicolai und Enrico Olivianti bei – eine Gemeinschaftsproduktion mit Personalunionen.

Entstanden ist ein buntes Musical, das zwischen Schlagern und Barpianoträumen changiert und allerlei Witz enthält, auch weil es die tägliche Tragikomödie aufgreift. Es wird geflirtet und gemobbt, gehandelt und philosophiert, eine Neonröhre flackert… Irgendwoher scheint einem das alles bekannt.

Mit Ironie nehmen die Studenten die »Szene«, aber auch sich selbst auf die Schippe, und sogar romantische Momente gibt es, wenn die Putzfrau schmachtend hinter dem Pianisten steht, aber nichts sagt, derweil die Violine ihr Liebeslied singt.

Ein Tag im Zeitraffer, eine gute Stunde Unterhaltung. Noch einmal zu erleben am 7., 8. und 9. Oktober (jeweils 19:00 Uhr, Kraftwerk Mitte, Haus 2.5).

7. Oktober 2016, Wolfram Quellmalz

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