Internationaler Musikwettbewerb »Szymon Goldberg« in Meißen

Preisträger aus Deutschland und Asien

Seit 1999 richtet die Internationale Musikakademie Meißen Meisterkurse und Wettbewerbe in den Räumen der Evangelischen Akademie Meißen aus. In diesem Rahmen fand in der vergangenen Woche zum nunmehr zehnten Mal der Szymon-Goldberg-Wettbewerb statt. Ein kleines Jubiläum – kann man da schon eine Bilanz ziehen? Ja, man kann, und stellt dabei fest, daß die bisherigen Gewinner erfolgreich ihren Weg weitergegangen sind, heute als Solisten oder in wichtigen Orchestern spielen. Sarah Christian zum Beispiel, die 2010 gewann, war im vergangenen Jahr Preisträgerin beim internationalen Musikwettbewerb der ARD und ist seit 2013 Erste Konzertmeisterin der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Sie tritt auch als Solistin auf und hat 2017 mit der Pianistin Lilit Grigoryan ihre Debut-CD »Gegenwelten« mit Werken von Franz Schubert und Sergei Prokofjew veröffentlicht (Genuin). Emmanuel Tjeknavorian (2013) holte sich weitere Preise beim Jean-Sibelius-Violinwettbewerb und ist derzeit für den »Rising Stars Zyklus« der European Concert Hall Organisation ausgewählt. Er spielt als Solist mit Orchestern wie dem Mozarteumorchester Salzburg und den Wiener Symphonikern.

Besonders enge Kontakte hat der Szymon-Goldberg-Wettbewerb zu den Schubertiaden Schnackenburg und den Berliner Philharmonikern, wohin erfolgreiche Teilnehmer immer wieder eingeladen werden – das wird auch 2018 wieder so sein.

Erstmalig gab es übrigens einen Junior in der siebenköpfigen Jury: Chen Wu (aktuell in der Orchesterakademie des Deutschen Sinfonieorchesters Berlin), den Preisträger des Vorjahres. Eine ganz andere Nachhaltigkeit offenbarte ein Blick in die Viten der Teilnehmer: Yujoo Jung und Nan Joo Lee aus Korea sind Schülerinnen von Nahwon Eunmi Lee, die noch vor kurzem selbst Studentin der hiesigen Musikhochschule (Klasse Prof. Annette Unger) gewesen ist.

Insgesamt 21 Teilnehmer aus Europa (12) und Asien (9) stellten sich in diesem Jahr dem Wettbewerb, weitere zehn nahmen an den Meisterkursen teil. Olaf Raschke, Oberbürgermeister der Stadt Meißen, freute sich, am Sonntagmorgen sechs Finalistinnen im historischen Ratssaal des Rathauses begrüßen zu dürfen. Gleich zweimal gab es eine Phantasie nach der Oper »Carmen« zu hören: Yujoo Jung stellte die Fassung von Franz Waxmann vor, Nan Joo Lee jene von Jenő Hubay. Diese gelang ihr besonders brillant, wofür es am Ende den Publikumspreis gab. Doch auch in den Vor- und Finalrunden war Lee überzeugend, wofür ihr die Jury den ersten Preis zusprach.

Zweite Preise gingen an Yujoo Jung, Naoko Matsui (Japan) und Amber Emson (Großbritannien / Deutschland). Matsui gewann darüber hinaus einen Sonderpreis für ihre Interpretation der Romanze Ludwig van Beethovens, Jung erhielt den Sonderpreis für die beste Interpretation des Werkes eines Dresdner Komponisten (Manfred Weiss).

Das Erreichen des Finales war aber für jede der Teilnehmerinnen ein Erfolg, der sich in einem Diplom oder dem Stipendium für einen Meisterkurs in Österreich niederschlug. Doch nicht nur dort oder in Berlin, auch in Dresden werden sie zu erleben sein. Neben einem Preisträgerkonzert in der Villa Wollner (Termin wird noch bekanntgegeben) treten manche von ihnen bei den Podien in der Dresdner Musikhochschule auf. Gewinnerin Nan Joo Lee hat sich hier für einen Studienplatz beworben.

13. Mai 2018, Wolfram Quellmalz

weitere Informationen unter:
http://www.hfmdd.de/veranstaltungen/
http://www.villa-wollner.de/veranstaltungen/

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