Neunter Ensemblewettbewerb der Dresdner Musikhochschule

Preisträgerkonzert als Auftakt

Zwischen Donnerstag und Sonntag fand an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber wieder der Ensemblewettbewerb statt, es war der mittlerweile neunte. Ziel ist es weniger, ein neues Streichquartett zu finden, was von Dresden aus die Welt erobert, sondern die Studenten anzuregen, sich für ein Projekt in die so wichtige Kammermusik zu vertiefen. Das aufeinander Hören ist das A und O eines jeden Musikers, auch wenn er im Orchester oder als Solist spielt. Das gleiche gilt für den Jazz, wo das Improvisieren zum Programm gehört.

So fanden sich in der vergangenen Woche sechs klassische und fünf Jazzensemble ein. Manche hatten zwar bereits gemeinsam musiziert, die gewählte Ensemblekonstellation war jedoch neu. Gleich drei Trios (Flöte, Oboe und Klavier sowie ein Klavier- und ein Streichtrio) traten an, außerdem ein Bläserquintett, beim Jazz reichten die Formationen von Gesang und Gitarre bis zu Kombinationen von Saxophon, Gitarre, Klavier, Kontrabaß und Schlagzeug. Aus der Vorrunde schafften es sechs Ensemble in die zweite am Sonnabend, wobei sich Klassik und Jazz die Waage hielten. Unter diesen wurden nun die Preisträger ermittelt, welche sich am Sonntagmorgen im Konzertsaal der Hochschule präsentierten.

Mit Ludwig van Beethovens »Frühlingssonate« hatte sich das Lumen Duo (Yeeun Suh / Violine und Hyojin Park / Klavier) für die Finalrunde qualifiziert. Dort beeindruckten die beiden Studentinnen mit Cesar Francks Violinsonate A-Dur. Drei Sätze des fast monumentalen Werkes erklangen auch am Sonntag. Der Stifterpreis Klassik ist mit einem Preisgeld von 1000,- Euro verbunden.

Die Freundesgesellschaft der Musikhochschule vergab den mit 500,- Euro dotierten Preis der Kategorie Jazz. Er ging an das Trio JMJ (Nikołaj Suchanek / Klavier, Jannik Kerkhof / Schlagzeug und Jonas Mielke / Baß), welches mit vier eigenen Kompositionen aufhorchen ließ.

Den größten Preis stiftet seit 2010 die BASF Schwarzheide GmbH. Der »eco« (italienisch für »Echo«) fördert seit nunmehr zehn Jahren junge Talente. Das Jubiläum war ein guter Grund für Anna Bachmann, die Kulturreferentin der BASF Schwarzheide, zurückzublicken und sich zu bedanken bei Wegbereitern und -begleitern, wie dem im vergangenen Jahr verstorbenen Prof. Andreas Baumann, aber auch Prof. Ekkehard Klemm sowie Dr. Katrin Bauer, welche die Organisation des Wettbewerbes wesentlich trägt.

Über 4000 Euro Preisgeld durfte sich das Ensemble 144 (ein Klavier, vier Hände, vier Stimmen) freuen: Sol Her (Sopran), Anna-Maria Tietze (Mezzosopran), Jonas Finger (Tenor) und Sinhu Kim (Bariton) sowie Gayeon Lee und Seulgi Lee (Klavier) waren zum Abschluß mit Johannes Brahms‘ »Liebesliederwalzern« zu erleben (Vorrunde auch Schumann / »Spanische Liebeslieder«), die gerade dann besonders gut gelangen, wenn die Lieder gebunden blieben, wie »Oh wie sanft die Quelle«, »Nein, es ist nicht auszukommen« und »Schlosser auf und mache Schlösser«. Das Sextett konnte Brahms‘ Charme und Witz beleben, und doch bedeutet »Ensemble« keinen immerwährenden Gleichklang – Tenor Jonas Finger durfte manchmal forsch voran, die anderen folgten ihm sogleich.

20. Januar 2020, Wolfram Quellmalz

Die Preisträger sind noch einmal am kommenden Sonntag zu erleben: 11:00 Uhr, Matinée im Dresdner Pianosalon / Coselpalais.

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