Mit Klaviermusik ins neue Jahr

Junge Pianisten stellten sich in der Landesärztekammer vor

Regelmäßig lädt die Sächsische Landesärztekammer am Sonntagmorgen zur Matinée. Die frühe Stunde gehört in der Regel der Jugend – Studentinnen und Studenten sind es, die sich dann vorstellen, oder Schülerinnen und Schüler. Die Teilnehmer und Preisträger von »Jugend musiziert« waren bereits mehrfach zu Gast. Vergangenen Sonntag war es die Klavierklasse von Aleksandra Mikulska. Die Pianistin ist als Dozentin am Sächsischen Landesgymnasium für Musik tätig und hat außerdem eine Professur an der Musikhochschule inne. Somit kann sie musikalische Aufbauarbeit leisten – die jüngsten Teilnehmer am Sonntag besuchen die fünfte Klasse, haben also bereits den Status der Anfänger abgelegt, die ältesten sind derzeit in den zehnten Klassen und stehen vor der Berufswahl oder haben sich bereits für den Wechsel entschieden. Wie Anna Karácsonyi – sie ist bereits Studentin.

Die Schülerinnen udn Schpler der Jungen Matinée mit ihrer Dozentin Aleksandra Mikulska (hintere Reihe, 3. von links), Photo: Aleksandra Mikulska

Wann, wenn nicht zu einem Klassenvorspiel und zur Matinéestunde, darf man einmal Ausschnitte präsentieren? Diesmal war es erlaubt, einzelne Sätze aus Sonaten oder Werkzyklen zu spielen – für das Publikum ergab sich dabei eine große Vielfalt, die vom Barock bis in unsere Tage reichte. Nicht von Bach, sondern vom sagenhaften Domenico Scarlatti stammten diesmal die am weitesten zurückliegenden Werke. Vera Nikulina und Mara Müller präsentierten je eine Sonate von ihm – im Ganzen, denn Scarlattis Sonaten waren meist einsätzig. Auch Frédéric Chopin wurde mehrfach gespielt: Ava Kasper hatte seinen Walzer Nr. 15 D-Dur im Programm, Sofiia Zhakarova eine der Étuden (Ges-Dur, Opus 25 Nr. 9).

Schon zu Beginn hatte Chopin auf dem Programm gestanden: Mona Barbara Grün, die zu den Jüngsten zählte, spielte eingangs die Polonaise B-Dur. Danach zeigte Valentin Simon, daß Beethoven kein »Kinderspiel« ist. In der Sonate Opus 2 Nr. 1 (1. Satz) bewies er nicht nur eine gute Beherrschung der Finger, sondern auch, daß man schon in jungen Jahren vom Impetus des großen Meisters angefeuert sein kann.

Manche, wie Vera Nikulina oder Ava Kasper, brachten gleich eine kleine Werkauswahl von drei oder vier Stücken mit, andere, wie Eva Ceralova, konzentrierten sich auf ein Werk (Franz Liszt, Romanze) und loteten dessen Tiefe aus. Adrian Simon verband Leoš Janáčeks »Im Nebel« und Sergei Rachmaninows Étude-Tableau d-Moll aus Opus 33 auch dramaturgisch sehr gekonnt, während Anna Karácsonyi dem Spiel des Wassers (Maurice Ravel »Jeux d‘eau«) nachforschte. Bruno Härtel (Robert Schumann »Des Abends« und Sergei Rachmaninow Étude-Tableau g-Moll aus Opus 33) und Sofiia Zhakarova (neben Chopin das Scherzo aus Beethovens Sonate Nr. 3) hatten sich für Gegenüberstellungen entschieden, die kontrastreich oder gar steigernd ausfielen. Verblüffend war die pianistische Sicherheit und Gestaltungskraft, die die jungen Talente dabei zeigten!

Beides kann sich noch mit reichem Kolorit und einem mäandernden Erzählstrang verbinden, wie in Franz Liszts Ungarischer Rhapsodie Nr. 7, mit dem Adele Schäfer die Matinée beschloß. Talent allein, wurde klar, genügt nicht, hinter solchen Präsentationen steckt auch eine Menge Fleiß und Arbeit!

Die nächsten Matinéen gibt es am 2. April (Klarinettenklasse von Prof. Joachim Klemm / HfM) und 4. Juni, nach der Sommerpause geht es am 24. September mit Musikschülern der Musikschule des Landkreises Meißen weiter. Noch bis zum Freitag sind in den Räumen der Landesärztekammer die Arbeiten »soGesehen« einer Künstlergruppe ausgestellt, am 23. Januar findet die Vernissage zu Werken Peter Barczewskis (»Multiversum«) statt.

9. Januar 2023, Wolfram Quellmalz

http://www.slaek.de/de/05/50veranstaltungen/konzerte.php

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