Preisträgerkonzert im Marcolini-Palais Dresden

Am 12. und 13. Mai präsentierte das Sächsische Mozartfest zwei Preisträger des Internationalen Rotary Musikwettbewerbes Moskau. Das zweite der beeindruckenden Konzerte fand als Gastauftritt in Dresden statt.

Was soll man da schreiben, wenn eine so junge Künstlerin einen erfolgreichen Auftritt hatte? Mit dreizehn Jahren haftet ihr noch der Status eines Wunderkindes an, das beeindruckt, doch steht sie (vielleicht) erst am Anfang einer Karriere. Auch sollte eine Kritik möglichst objektiv ausfallen, also die Leistung würdigen und nicht zu sehr das »Wunder« bejubeln. Und – nicht zuletzt – kann zu früher oder zu großer Erfolg auch hinderlich sein. Doch zunächst gebührt dem Rotay Club hier Anerkennung für seine Fördertätigkeit. Ziel der Aktivitäten in Moskau ist es, gerade solche Talente zu unterstützen, welche sich ohne Stipendien nicht auf eine musikalische Ausbildung konzentrieren können oder denen geeignete Instrumente nicht zur Verfügung stünden. Aus diesen Bemühungen ist unter anderem der Internationale Rotary Musikwettbewerb Moskau hervorgegangen. Zwei seiner Preisträger gaben nun ein Konzert im ausverkauften Marcolini-Palais des Dresdner Friedrichstattkrankenhauses.

Beide, Maria Andreeva (13) und Sergey Belyavsky (20), haben bereits mehrfach internationale Konzertreisen unternommen, die sie bis nach Südamerika führten. Die Unterstützung von jungen Musikern auch nach dem Erringen eines Preises gehört mit zum Förderkonzept. Maria Andreeva war gleich mehrfach im Programmheft angekündigt: als Pianistin und Violinistin und darüber hinaus auch als Sängerin. Das ist ein wenig viel, könnte man meinen, gerade im Hinblick auf den oben genannten Wunderkindstatus und die Tatsache, daß es noch nicht zwangsläufig genügt, vieles gut zu können, um ein erfolgreicher Musiker zu werden. Technisch überzeugte Maria Andreeva aber durchaus und bot auf beiden Instrumenten ein vielseitiges Programm. Natürlich war es toll, wie gut sie schon »La campagnella« (Paganini) auf der Violine beherrschte. Auch Bearbeitungen aus dem »Nußknacker« (Tschaikowsky / Pletnev) oder dem »Barbier von Sevilla« (Rossini / Ginzburg) auf dem Klavier ließen aufhorchen. Doch wirklich beeindruckend war dann überraschenderweise ausgerechnet der gesangliche Beitrag: Mozarts »Si, ma d’un altro amore«, die Cavatine der Silvia aus der theatralischen Serenade »Ascanio in Alba« KV 111, welche Mozart mit fünfzehn Jahren schrieb. Natürlich verfügt ein so junges Mädchen noch nicht über die stimmlichen Möglichkeiten wie eine ausgebildete und gereifte Sängerin. Maria Andreeva versuchte aber nicht, mit technischen Mittel über ihre Verhältnisse zu gehen, und die eigentlich gut zu ihr passende Rolle der Silvia verriet schon viel Anmut.

Zum Teil beschränkte sich die Rolle Sergey Belyavskys damit auf die des Begleiters, die er aber bedacht und sicher erfüllte. Darüber hinaus zeigte er mit seinen rezitalen Stücken bereits eine erstaunliche Reife. Gleich die ersten Stücke seines Programmes, Mozarts Rondo a-Moll KW 511 und die Sonate C-Dur KV 330, verrieten schon viel Ausdrucksvermögen und Maß, und auch mit Chopin, den vier Mazurken op. 30, aber vor allem der grandiosen Ballade Nr. 1, konnte Sergey Belyavsky überzeugen.

Bleibt nur zu wünschen, daß Förderer und Preisträger weiter ihren Weg gehen und das Ziel nicht zu früh avisieren.

Wolfram Quellmalz

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