Feierstunde mit Bach

BACHzyklus IV mit Orgel und Violine in der Dresdner Frauenkirche

Im Rahmen der der Reihe »BACHzyklus« war am vergangenen Freitag neben dem Initiator und Frauenkirchenorganist Samuel Kummer der Primarius des Ensembles Frauenkirche Jörg Faßmann zu erleben. In der Gegenüberstellung folgte aber nicht nur die zarte Violine auf die mächtige Orgel, sondern auch Bach auf Vivaldi. Darüber hinaus hatte Samuel Kummer Choralvorspiele zusammengefaßt, die sich zwar auf gleiche Anlässe bzw. Verse beziehen, jedoch zu unterschiedlichen Zeiten entstanden und mit unterschiedlichen Zwecken verbunden waren. Während die Bearbeitungen aus dem »Orgelbüchlein« zum Beispiel hauptsächlich für den Unterricht gedacht gewesen sind, gehören jene in der sogenannten »Neumeistersammlung« zu denen, welche explizit für den Gebrauch im Gottesdienst vorgesehen waren. Heute sind beide Sammlungen gleichermaßen in den Programmen von Orgelkonzerten wiederzufinden.

Wie im Freitagskonzert, wo Fassungen der Choräle »Vater unser im Himmelreich« (BWV 737 und 636, auch Titelgebend für den Abend), »Durch Adams Fall ist ganz verderbt« (637 und 1101) sowie »Wir glauben all an einen Gott« (740 und 1098) erklangen und zwei weitere Stücke aus dem »Orgelbüchlein« (632 und 635).

Begonnen hatte Samuel Kummer aber mit dem festlichen BWV 593, Bachs Concerto a-Moll nach dem Konzert für a-Moll RV 522 von Antonio Vivaldi. Mit einem andachtsvollen Adagio hatte der Frauenkirchenorganist allzuviel Festlichkeit gedankliche Tiefe und Meditation mitgegeben, ein Eindruck, der sich durch die Sonate für Violine solo g-Moll noch verstärkte. Jörg Faßmann ließ sie warm, leicht gedämpft im Altarraum schweben. Gleichzeitig bot auch sie Verknüpfungspunkte, denn die Fuga aus BWV 1001 hatte Bach in seinem Präludium und Fuge g-Moll, das der Violinsonate folgte, noch einmal aufgegriffen.

So konnte jeder Besucher finden, was ihm nahelag: das Suchen der Motivbrücken, die Gegenüberstellung von feierlichen, mächtigen oder innigen Orgelwerken, oder eben einfach schwelgen in Bachs Musik – auch dies mit Andacht. Zu entdecken gab es aber noch so ungewöhnliche Werke wie das Pedalexercitium BWV 598.

Mit dem festlich-mächtigem Präludium und Fuge a-Moll BWV 543 schloß der Abend.

30. April 2016, Wolfram Quellmalz

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