Musikbrücken vom Gestern zum Heute

Sächsisches Landesgymnasium für Musik

Vor fünf Jahren begann das Sächsische Landesgymnasium für Musik eine Konzertreihe, in der Musikbrücken zwischen den Generationen, also zwischen derzeitigen und ehemaligen Schülern, im Mittelpunkt stehen. Mittlerweile konnte mit dem zehnten dieser Konzerte ein kleines Jubiläum gefeiert werden, am ersten Montag im Mai waren Vater Gunther und Sohn Norbert Anger zu Gast. Der eine ist Professor für Klavier und bildet an der hiesigen Hochschule Konzertpianisten aus, der andere ist Konzertmeister der Cellisten in zwei Orchestern: außer seinem Amt bei der Sächsischen Staatskapelle (seit 2013) füllt er die gleiche Position seit dem vergangenen Jahr auch im Orchester der Bayreuther Festspiele aus.

Zum ihrem Programm gehörten drei bedeutende Cellosonaten von Ludwig van Beethoven (D-Dur, Opus 102, Nummer 2), Claude Debussy (d-Moll) sowie Johannes Brahms (e-Moll, Opus 38). Norbert und Gunther Anger gestalteten das Programm aber nicht allein, vielmehr wechselten sie sich mit Schülern ab, welche die andere Hälfte des Abends gestalteten. Die 2005 geborene Friederike Herold war dabei die jüngste, beherrscht ihr Cello aber bereits mit viel Können und Gefühl, wie sie nicht nur mit Gabriel Faurés Élégie Opus 24, sondern auch in Carl Maria von Webers Adagio und Rondo zeigte. Von Adriana Mladenova am Klavier einfühlsam begleitet, eröffnete sie mit Fauré eine kleine Zauberwelt und führte die Zuhörer mit Weber tiefer in die Klassik. Nicht nur Bravour, Feinheiten waren an diesem Abend ebenso zu hören. Ebenso bei Vater und Sohn Anger – es war erstaunlich, wie leise so ein Cello singen kann! Das intime Miteinander, aber auch die feinen Schattierungen der Musik fanden in der Aula des Landesgymnasiums einen angemessenen Kammermusiksaal.

Ein (weiterer) Höhepunkt war Wolfgang Amadeus Mozarts Streichquartett KV 458, das sogenannte »Jagdquartett«. Charlotte Thiele und Samira Dietze (Violinen), Miriam Solle (Viola) und Lukas Plag (Violoncello) spürten dieser Jagd mit viel Sinn für fröhliche Leichtigkeit nach, nutzten aber auch die Akzente von Schattierungen, beispielsweise des Tonartenwechsels, für die eine farbenreiche Gestaltung. Charlotte Thiele animierte und führte ihre drei Partner mit Verve und der Erfahrung mittlerweile vieler erfolgreicher Teilnahmen bei »Jugend musiziert« (wo übrigens die meisten der Schüler schon bleibende Eindrücke hinterlassen hatten).

Die Überraschung zum Schluß war dann eine logische Konsequenz der »Brücken«: eine gemeinsame Zugabe von Friederike Herold und Norbert Anger (Klavier: Adriana Mladenova). »Gestrig« wollte sich der Konzertmeister mit noch nicht einmal dreißig Jahren nicht fühlen, diese Rolle schob er augenzwinkernd noch schnell seinem Vater – auch er ein ehemaliger Schüler des Landesgymnasiums – zu.

Das nächste Konzert der »Musikbrücken vom Gestern zum Heute« gibt es im Herbst, weitere Informationen hierzu sowie Termine unter: https://cms.sachsen.schule/musikgym/willkommen/

3. Mai 2016, Wolfram Quellmalz

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