»etwas neues herfürzubringen«

Heinrich Schütz Musikfest

Das Heinrich Schütz Musikfest belebt jedes Jahr Anfang Oktober die mitteldeutschen Bundesländer. Rund um die historischen Wirkungsstätten Heinrich Schütz‘ und von ihm beeinflußte Musikzentren erklingt dann Musik der Renaissance und nachfolgender Meister.

Ausgerechnet eines jener Musikfeste, deren thematischer Fokus am stärksten spezialisiert ist – worin man auch eine Einschränkung sehen könnte – erweist sich immer wieder als eines der innovativsten. Und das nicht im Sinne, mit neuen Projekten neues Publikum zu gewinnen, sondern mit einer immer auf Heinrich Schütz bezogenen Verbindlichkeit. Ob Musik, Künstler oder Orte – ab 4. Oktober gibt es wieder jede Menge zu entdecken.

Bad Köstritz, Dresden, Gera, Weißenfels und Zeitz heißen die Stationen in diesem Jahr. Zuvor (19. September) gab es bereits einen Auftakt in Berlin, in den kommenden zehn Tagen lockt das Fest nun Besucher nach Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. Residenzkünstler ist in diesem Jahr erneut ein ganzes Ensemble: der RIAS Kammerchor Berlin. Er ist nach dem Auftaktwochenende (4. Oktober, 20:00 Uhr: Johanniskirche Gera, 5. Oktober, 19:00 Uhr: St. Marienkirche Wei0enfels, 6. Oktober, 17:00 Uhr: Annenkirche Dresden) auch an Konzerten am 12. Oktober (15:30 Uhr Kirche St. Leonhardt, Bad Köstritz) sowie am Abschlußsonntag am 13. Oktober (17:00 Uhr, Dreikönigskirche Dresden) beteiligt und schöpft aus dem Reichtum der Schützzeit mit Werken von Giovanni Gabrieli, Michael Praetorius, Orazio Vecchi und natürlich Heinrich Schütz. Doch wie so oft wirkt der Musikvater nach: seit Jahrhunderten werden immer wieder neue Bezüge gefunden, zum Abschlußkonzert darf das Publikum gespannt sein auf die Uraufführung eines neuen Werkes von Torsten Rasch.

Dorothee Mields, die Artist in residence des vergangenen Jahres, kehrt ebenfalls zurück. Sie ist am 8. Oktober im Palais im Großen Garten in Dresden zu erleben (14:30 Uhr und 19:30 Uhr), und Christina Pluhar wird zwei Konzerte in Gera (11. Oktober, 20:00 Uhr, St Salvatorkirche Gera) sowie Dresden (10. Oktober, 20:00 Uhr, Annenkirche) mit ihrem Ensemble L’Arpeggiata und deren ganz besonderer Ausstrahlung beleben. Zwei Höhepunkte verspricht »Monteverdi im Spiegel« in der St. Marienkirche Weißenfels: am 6. Oktober (17.00 Uhr) erklingt Musik Claudio Monteverdis sowie von Nicola Vicentino, Cesare Tudino und Giaches de Wert mit dem Huelgas Ensemble (Leitung: Paul van Nevel), wenige Tage später bringen das La Capella Ducale und Musica Fiata Köln (Leitung: Roland Wilson) Monteverdis Marienvesper zur Aufführung (11. Oktober, 20:00 Uhr).

Daß Heinrich Schütz bis heute nachwirkt, und das nicht nur in einem »musealen« oder historisch informierten Sinne, beweist das Treffen einer Operndiva mit einem Jazzsaxophonisten und einer Barocken Baßgruppe am 5. Oktober im Dresdner Jazzclub Tonne (Beginn: 20:00 Uhr). Wer es etwas experimenteller mag, der kann ab morgen, Freitag (4. Oktober) bis zum 13. Oktober die Klanginstallation »Die Psalmen Davids« von Fabian Russ in der Unterkirche der Frauenkirche Dresden besuchen (Eintritt frei).

Seite dem vergangenen Jahr gibt es den Internationalen Heinrich-Schütz-Preis. Er geht in diesem Jahr an Sir Roger Norrington. Er gehört seit über 50 Jahren zu den herausragendsten Pionieren der historisch-informierten Aufführungspraxis, wovon unter anderem die Gründung des Schütz Choir London (1962) zeugt. Für seine Verdienste um die Pflege und Verbreitung der Musik Heinrich Schütz‘ bekam er den Internationalen Heinrich-Schütz-Musikpreis 2019 zugesprochen. Die Auszeichnung, verbunden mit einer Medaille der Künstlerin Anna Franziska Schwarzbach, wird ihm am 13. Oktober im Rahmen des Abschlußkonzertes verliehen.

3. Oktober 2019, Wolfram Quellmalz

Die Fülle der Konzerte und Künstler ist noch weit größer – entdecken Sie mehr dazu hier:

http://www.schütz-musikfest.de

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