Mit oder ohne 3G?

Auf und zu, und die Post kommt auch immer früher …

Bisher hatte ich als Mobiltelephon ein iPhone, Modell 4s, noch vom letzten Arbeitgeber überlassen. Es ist schon etwas betagt, funktioniert aber tadellos. Oder fast tadellos, denn irgendwann ging die Wetter-App nicht mehr, praktisch die einzige, die ich regelmäßig benutzte. Sie ließ sich auch nicht reparieren oder neu installieren. Als ich Apple kontaktierte, sagte man mir, solche »Vintagehandys« unterstütze Apple nicht mehr. Was war ich stolz! Vintage ist doch total in! Es gibt ganze Geschäfte, die Kleidung oder Möbel im Vintage-Stil anbieten. Aber ein Handy? Nicht einmal Jane Austen hatte ein Vintagehandy.

VINTAGE-TELEPHONIE WIRD ABGESCHAFFT

Doch nun ist es bald vorbei: Während sich allerorten (endlich!) die Konzertsaal- und Theatertüren wieder öffnen und man mit der 3G-Regel Veranstaltungen und Gasthäuser besuchen kann, wird das 3G-Netz der Mobiltelephonie abgeschaltet. Dabei war es doch praktisch gestern, maximal vorgestern – ich habe noch studiert – daß die Lizenzen dafür für viel Geld versteigert wurden. Nun ist es also demnächst aus, und das iPhone 4s erfüllt nicht die Voraussetzungen für die neuen Standards (LTE oder 5G). Einen kurzen Aufschub gab es noch, bis zum Jahresende könnte ich in einem anderen Netz mit 3G telephonieren und surfen. Spätestens bis dahin müßte ich mir aber ein neues Gerät zulegen.

Oder ein altes, das nicht ganz so alt ist. Ein Freund hatte einen guten Tip: Auf einer Verkaufsplattform im Internet wurden gebrauchte, aufgearbeitete 6s.Modelle des iPhones angeboten. Ich hatte Glück und konnte eines der Geräte günstig erwerben. Geliefert werden sollte es zwischen 26. und 30. August.

Zwei Tage später kam ein Brief von meinem Mobiltelephonieanbieter: das 3G-Netz würde nun schon früher abgeschaltet als geplant, nämlich am Ende dieses Monats! Wie gut, daß ich den Tip so früh bekommen hatte (vielen Dank, lieber Stefan)! Das würde mit der Lieferzeit ja gerade noch klappen

CD-NEUHEIT: LAUTENMUSIK

Am Sonntag darauf war ich wieder einmal auf der Flucht – im Radio. Denn die sogenannten Kulturradios der ARD werden leider immer schlechter. Das Programm verflacht, wird seicht und beliebig, die Moderationen auch. Einen Lieblingssender wie früher habe ich nicht mehr, wechsele dafür öfter oder stelle ab. Sonntagmittag gibt es aber eine »Ausweichung«, ein Sender, der CD-Neuheiten vorstellt. (Wahnsinn, ein Radiosender, der CD-Neuheiten vorstellt, so etwas gibt es kaum noch – ist das schon Vintage?) Mein Fluchtversuch landete aber nicht am Anfang, sondern inmitten der Sendung, und so hörte ich die Besprechung zu einer bemerkenswerten CD nur zum Teil, der Anfang fehlte mir. Wenn es etwas gibt, was noch schlimmer ist als die Programme der Kulturradios, dann sind es deren Internetseiten. Dort erkennt man den Radiosender kaum wieder (obwohl Marketing heute doch so wichtig ist, können die Marketingexperten mit Identifikationsmerkmalen nicht umgehen, scheint es. Noch schlimmer wird es, wenn man den Inhalt einer Sendung, die gerade läuft oder – noch, noch schlimmer! – die schon gelaufen ist, recherchieren möchte. Es hat mich wertvolle Lebenszeit gekostet, festzustellen, worum es ging: Um »Tarot de Paris« von Lukas Hennig. Eine tolle Aufnahme mit Lautenmusik und noch mehr … (Unsere Besprechung der CD finden Sie im nächsten Heft, Ausgabe 41 / September.)

EINE WOCHE SPÄTER

Am Freitag der folgenden Woche klingelte die Post bei mir. Das Päckchen, das mir die Briefträgerin überreichte, war zu dick für den Briefkastenschlitz. Ich überlegte, was es sein könnte – ein Buch? Ich warte tatsächlich (heute noch) auf eines, aber das wäre nicht so dick. Doch zur CD »Tarot de Paris« gehörte, wußte ich, ein Begleitbüchlein – das mußte es also sein!

Ich freute mich, es abends, nach einem arbeitsreichen und nervenaufreibenden Tag, auszupacken.

ÜBERRASCHUNG UND ENTTÄUSCHUNG

Als es dann spät – nach elf Uhr abends – soweit war und ich das Päckchen in die Hand nahm, fiel mein Blick auf den Absender – es war der Versand des aufgearbeiteten iPhones. Es hatte mich viel früher als angekündigt erreicht. Vor allem: es war nicht die CD – so eine Enttäuschung! [Der Autor ist sich bewußt, daß vermutlich mehr als vier von zehn Menschen, wahrscheinlich sogar eine Mehrheit, das Päckchen mit dem iPhone begeistert aufgefetzt hätten. Anm. d. Red.]

UND SONST NOCH …

Seit einiger Zeit bieten GMX und WEB.DE einen Service an, den ich für unnötig und nervtötend halte: das intelligente Postfach. Es kann sogar Briefe ankündigen, die noch nicht da sind. (Was für ein Unfug! Es werden also Nachrichten = Daten = Energie darauf verwandt, anzumelden, daß demnächst eine Nachricht [die eigentliche Nachricht] kommen wird. Ist das zeitgemäß? Ressourcenschonend?) Ich nutze diesen Dienst konsequent nicht.

Nun kamen aber trotzdem schon zwei Vorankündigungen, ohne daß ich dies aktiviert oder eingerichtet hätte. Beide betrafen allerdings Paketsendungen bzw. Päckchen, und die eine kündigte die CD an. Sie wurde mir für Dienstag, den 17. August angekündigt. Gekommen ist sie schon Montag, den 16. Schöne neue Welt …

24. August 2021, Wolfram Quellmalz

Wer jetzt schon neugierig ist auf »Tarot de Paris« und nicht bis zum nächsten Heft warten möchte, findet hier mehr:

https://www.musicamemo.com/

PS: Das neue, alte iPhone ist mittlerweile eingerichtet und funktioniert. Nun warte ich auf das Vintage-Zertifikat. Werde mal bei Apple nachfragen.

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