Festliches Abschlußkonzert

Batzdorfer Barockfestspiele beendet

Dieses Konzert hätte die Batzdorfer Hofkapelle wohl spielend auch zweimal ausverkauft haben können: Nach zehn Tagen und neun vorangegangenen Konzerten gab es auch am gestrigen Sonntag noch ein doppeltes Vergnügen: im Anschluß an die Motetten mit dem Sächsischen Vokalensemble legten die Hausherren (und -damen) noch eines drauf und führten sechs Werke »Per l’orchestra di dresda« auf – oder müßte es nicht »Per l’orchestra di batzdorf« heißen?

Mit Händel, Telemann, Heinichen und Zelenka schöpften die Musiker aus ihrem Kernrepertoire mit Dresdner Bezügen, was nicht ohne Überraschung blieb. So offenbarte sich Georg Friedrich Händels Ouvertüre zur Oper »Il Pastor fido« trotz fünffacher »Air«-Bezeichnung der einzelnen Teile als abwechslungsreiches Stück mit Soli und Duetten, Jan Dismas Zelenkas »Hipocondrie à 7 Concertanti« (was schlimmes hätte erwarten lassen können, oder wie soll man sich hypochondrische Instrumentalisten vorstellen – wohltönend doch kaum!) zeugte vom Erfindungsreichtum des Komponisten und wurde mit herausgeputzten Kontrasten dargeboten, derweil sich die folgende Triosonate D-Dur (HWV 392) Georg Friedrich Händels in mustergültiger Harmonie in den Raum ergoß.

Photos: NMB

Das wechselhafte Wetter mag den Instrumenten hier und da zusetzen, Konzertmeister Daniel Deuter fand in seinen Soli anfangs nicht die gewohnt sichere Intonation, sie ließ sich offenbar auch nicht »herbeistimmen«, später allerdings focht er dann virtuos mit Xenia Löfflers Oboe und dem Basso continuo in Johann David Heinichens Concerto g-Moll für Oboe, Streicher und Basso continuo.

Die Baßbegleitung war insgesamt nicht nur wesentlich, Rückgrat und Pulsgeber, die Batzdorfer Hofkapelle konnte den Continuo noch funkeln lassen, sei es in den Lauten, im gesanglichen Violoncello (Patrick Sepec) oder einem elegant-markanten Fagott (Eva Maria Horn).

Nach einer aufregenden Ouvertüre Francesco Veracinis gab es als Zugaben noch einen langsamen Satz des Komponisten zum Ausklang sowie – noch ein Lieblingsstück – eine Sonate Johann Georg Pisendels. Ob Festspiele, CD oder Aufführungspartner – auf den nächsten »Akt« darf man gespannt sein!

29. August 2022, Wolfram Quellmalz

http://www.batzdorfer-hofkapelle.de

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