»So eine Freude, wir sind zu Hause«

Neue Synagoge Dresden wiedereröffnet

Kurz nach Rosch ha-Schana, dem Jüdischen Neujahrsfest (in diesem Jahr die Nacht vom 12. auf den 13. September) wurde die Neue Synagoge Dresden wiedereröffnet und kann von der Jüdischen Gemeinde genutzt werden. »So eine Freude, wir sind zu Hause«, die Worte von Ekaterina Kulakova (Vorsitzende des Landesverbandes und der Gemeinde) drückten wohl am besten aus, was viele empfanden.

Vor 25 Jahren war die Neue Synagoge Dresden am Ort der alten Semper-Synagoge eröffnet worden. In den letzten Jahren war sie jedoch wegen Sanierungsarbeiten geschlossen geblieben, die Gemeinde und auch die Neue Jüdische Kammerphilharmonie Dresden (NJK), die das Festkonzert am vergangenen Montag gestaltete, waren in andere Räume ausgewichen.

Michael Hurshell, Leiter der NJK, im Gespräch mit seiner Konzertmeisterin Yoko Yamamura-Litsoukov, im Hintergrund die Bilder von Alef-Bet, Photo: privat

Bis zum 14. September. Mit einem Gebet für Deutschland, Sachsen und unsere Gesellschaft eröffnete Landesrabbiner Zsolt Balla den Festakt. Landtagspräsident Alexander Dierks freute sich über die »Wiederinbesitznahme«, erinnerte an die Gründung des Jüdischen Landesverbandes vor fast genau 100 Jahren und verwies auf die gute Beziehung Bedeutung zwischen Sachsen und Israel sowie darauf, daß diese Beziehung auch auf Kritikfähigkeit beruhe. Den Festakt nahm er als einen Anlaß, der derzeit teils apokalyptischen Stimmung Lebenssinn und Lebensfreude entgegenzuhalten.

Mark Dainow, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, erinnerte an die Geschichte eines Davidsterns aus der Verzierung der Semper-Synagoge, die 1938 ein Feuerwehrmann geborgen und gerettet habe. Mit dem ersten Neubau einer Synagoge in den Neuen Bundesländern sei der Dresdner Bau damals ein wichtiges Zeichen gewesen.

Festkonzert der NJK am 14. September in der Neuen Synagoge Dresden, Photo: privat

Jüdisches Leben und der Austausch mit ihm wurde in zwei Programmpunkten verdeutlicht: So ist aktuell die Ausstellung Alef-Bet IWRI mit Gemälden von Lieselotte Theil-Hurshell in der Synagoge zu sehen. Jedes der Bilder nimmt einen hebräischen Buchstaben auf und setzt sich mit dessen Bedeutung und Symbolik auseinander.

Der Festakt war außerdem der erste Auftritt der NJK in der Wiedereröffneten Neuen Synagoge. Ihr Leiter Michael Hurshell hatte Musik von Felix Mendelssohn, Alexander Zemlinsky, Erwin Schulhoff und Erich Wolfgang Korngold zusammengestellt – hoffen wir, daß die NMB bald einen Anlaß haben, die NJK wieder regelmäßig zu rezensieren!

20. September 2026, Wolfram Quellmalz

Samech, Das Ewige stützt alte Familien und richtet Gebeugte auf, Gemälde zum fünfzehnten Buchstaben des Hebräischen Alphabets, Photo: NMN

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