Alles beim alten im Hause Strauss

Wiederaufnahme von »Intermezzo« an der Semperoper Denkt man an Richard und Pauline Strauss, sind die Persönlichkeiten schnell festgelegt. Richard, der Weltbürger und Komponist, dem das damals noch bäuerlichere Garmisch und das Kartenspiel zusagen, Pauline, der Gemahlin, haftet das Attribut eines aufbrausenden Temperaments und eines herrischen Tones an. Oder ist das zu eindimensional, zu sehr Legende? … Alles beim alten im Hause Strauss weiterlesen

Leidenschaften

Gautier Capuçon und Nikolaj Lugansky waren am frühen Morgen voller Schwung Nach seinen Auftritten im zweiten Sinfonie- und im Silvesterkonzert versprach das Rezital von Capell-Virtuos Gautier Capuçon am Sonntagmorgen in der Semperoper eine besondere Gelegenheit, den Cellisten näher kennenzulernen. calude im sinfonischen Gegenüber wie bei Dvořák (Oktober) oder mit Encores wie am Jahresende, konzentrierte er … Leidenschaften weiterlesen

Wer ist hier der Tor?

Neuinszenierung von Wagners »Parsifal« an der Semperoper erstickt in Symbolik Die Intendanz von Nora Schmid an der Semperoper ist bisher von Erfolgen im modernen und zeitgenössischen Repertoire getragen sowie von manchen Entdeckungen (Boito »Mefistofele«), doch um die »großen Nummern« von Wagner oder Strauss machte sie einen Bogen. Einen Nachlauf gab es zu Beginn ihrer Amtszeit … Wer ist hier der Tor? weiterlesen

Zwischen Glauben und Revolution

Semperoper zeigt Francis Poulencs »Dialogues des Carmélites« in berührenden Bildern Im Leben von Francis Poulenc gab es viele musikalische Einflüsse – vom Vaudeville über Kammermusik bis zum Ballett schrieb der Franzose für viele Gattungen. Sehr persönliche Erfahrungen wie die Nähe zum Glauben haben ihn nicht nur beeinflußt, sondern sich dezidiert in seinen Werken niedergeschlagen. Ankunft … Zwischen Glauben und Revolution weiterlesen

Hinreißend eisige Premiere

Semperoper bringt märchenhafte »The Snow Queen« auf die Bühne Der Ausblick hatte viel versprochen: Hans Christian Andersens Märchen »Die Schneekönigin« ist ein Klassiker, der Film von 1967 ebenso – eine Opernadaption würde also viel Märchenpublikum anziehen. Dazu kam die interessante Begegnung mit einem anderen Werk, den »Märchenbildern« des Komponisten jüngst im Portraitkonzert von Unsuk Chin … Hinreißend eisige Premiere weiterlesen

Eine Bitte hätte ich noch

Berührend schöne »La bohème« in der Semperoper Giacomo Puccinis »La bohème« gehört so zuverlässig ins Weihnachtsprogramm jeden Opernhauses wie Mozarts »Zauberflöte« oder Humperdincks »Hänsel und Gretel«. Im Gegensatz zu den letztgenannten hat »La bohème« sogar einen Weihnachtsbezug in der Handlung, denn die Geschichte von Rodolfo und Mimì beginnt am Weihnachtsabend. Daß alljährliche Aufführungen keine faden … Eine Bitte hätte ich noch weiterlesen

Auf der Suche nach der Balance

Gounods »Roméo et Juliette« läßt an der Semperoper viele Wünsche unberücksichtigt Vor fünfzehn Jahren landete die Sächsische Staatsoper als eine der letzten Premieren in der Intendanz von Gerd Uecker mit »Faust / Margarethe« einen großen Erfolg. Keith Warner hatte damals Charles Gounods Goethe-Adaption spannend auf die Bühne gebracht. Würde das Haus dreieinhalb Intendanzen später mit … Auf der Suche nach der Balance weiterlesen

Bluthochzeit

Wiederaufnahme von Lucia di Lammermoor an der Semperoper Schon Walter Scotts Romanvorlage ist schaurig und düster, Gaetano Donizettis Erfolgsoper ist es trotz italienischer Sprache und seiner Musik ebenso – »Lucia di Lammermoor« bleibt ein Schauerstoff. In der Inszenierung von Dietrich W. Hilsdorf wird dies noch betont: alles ist schwarz-weiß, die Orte der Ravenswoods und Ashtons, … Bluthochzeit weiterlesen

Comic trifft Ravel

Premiere von »Das Kind und der Zauberspuk« an der Semperoper Was verbinden Sie mit dem Namen Maurice Ravel? Den Boléro natürlich, seine Klavierkonzerte und eine Reihe kammermusikalischer Werke. Daß originale Aufnahmen von Ravel mit einem Reproduktionsklavier gemacht wurden und in großartiger Qualität erhalten sind, wissen Musikfreunde. Aber wer hätte in Ravels Œuvre eine Oper vermutet? … Comic trifft Ravel weiterlesen

Für welche Schuld soll ich bezahlen?

Webers »Freischütz« im Rahmen der Feierlichkeiten zu 40 Jahre wiederaufgebaute Semperoper Wenn man jemandem »Oper« erklären will, gehört Carl Maria von Webers »Der Freischütz« neben »Die Zauberflöte« und »Carmen« nicht nur zu einem Kanon gängigster Stücke, die man kennen sollte, er steht auch – seit zweihundert Jahren – für die deutsche romantische Oper. Aber hat … Für welche Schuld soll ich bezahlen? weiterlesen