Bachkantaten: »Brich dem Hungrigen dein Brot«

MittwochsMusik wird fortgesetzt

Auch wenn sich langsam manches bessert, Regelungen gelockert werden und das kulturelle Leben wiederersteht, setzt die Dresdner Lukaskirche ihre Reihe der MittwochsMusik fort. Gestern stand wieder eine Kantate von Johann Sebastian Bach (BWV 39) auf dem Programm. Daß einem manche Namen aus dem Ensemble Mediterrain (Leitung: Bruno Borralhinho) bekannt sind, spricht nicht nur für die Vielfalt des Dresdner Musiklebens, sondern auch für dessen Vitalität.

Pfarrer i. R. Gerhardt Uhle begrüßte die Gemeinde mit einem Geistlichen Wort und vor allem manchem Gedanken zum Werkinhalt. Die Besetzung war noch recht klein, vor allem gab es statt eines großen oder kleinen Chores nur einen kleinsten, der sich aus den Stimmen von vier Solisten (Heidi Maria Taubert / Sopran, Annekatrin Laabs / Alt, Tobias Mäthger / Tenor sowie Cornelius Uhle / Baß) zusammensetzte, dennoch gab es im Vergleich zu vorigen Malen eine erfreuliche Neuerung (oder Wiedereinführung). Denn bisher hatte es – hygienekonzeptbedingt – nur jeweils einen Bläser geben dürfen, die zweite Oboenstimme zum Beispiel mußte dann eine Violine ausfüllen. Nun waren gleich zwei (!) Oboen (Johannes Pfeiffer und Elisabeth Beckert), sowie (!) Zwei (!!!) Flöten (!!!!!) (Claudia Rose und Léa Villeneuve) dabei! So erfreulich, erfrischend und aufschwingend wie im Eingangschor und im Schlußchoral hatte es lange nicht geklungen!

Unter den Bachkantaten ist »Brich dem Hungrigen dein Brot« eine besondere, was man schon im Aufbau erkennen kann, der im Mittelteil mit drei Arien aufwartet, in dem zunächst Annekatrin Laabs mit ihrem samtenen Alt und Begleitung von Oboe (Johannes Pfeiffer) und Violine (Adela Bratu) dem »seligen Vorgeschmack« einen wunderbaren Klang gab, bevor Cornelius Uhle mit nur wenigen Worten einen farbenprächtigen Mittelteil um »Wohlzutun und mitzuteilen« gestaltete. Hier nun strahlte das Violoncello (Hans-Ludwig Raatz) aus der schlichten Begleitung heraus. Und schließlich sorgte der helle und lyrische Sopran von Heidi Marie Taubert, von den Flöten flankiert, für eine Lichte Wendung vor dem hoffnungsvollen Choral (»Selig sind, die aus Erbarmen«).

10. Juni 2021, Wolfram Quellmalz

Die Reihe der MittwochsMusiken wird auch im Sommer fortgesetzt. Zum nächsten Termin am 23. Juni (18:00 Uhr) laden Jürgen Karthe und Katharina Pfeiffer zu »Tango nuevo« ein. Weitere Informationen unter: http://www.lukaskirche-dresden.de/termine/konzerte/

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