Ab in den Sommer!

Abschlußkonzerte des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik und des Heinrich Schütz Konservatoriums Dresden

Das Schuljahr in Sachsen geht zu Ende. Mit dem sommerlichen Aufwand war am Wochenende noch einmal Gelegenheit, zurückzublicken und das letzte Schuljahr revuepassieren zu lassen. Am Freitag veranstalteten das Sächsische Landesgymnasium für Musik Carl Maria von Weber (LGM) sowie das Heinrich Schütz Konservatorium Dresden (HSKD) ihre Abschlußkonzerte. Beide verfolgen unterschiedliche Ausbildungswege – während der Unterricht am LGM eng mit dem übrigen Schulstoff verbunden bleibt, schon weil alles in einem Gebäudekomplex stattfindet und der Musikunterricht in mehreren Einheiten pro Woche vertieft werden kann, treffen sich die Klassen am HSKD für ihren künstlerischen Unterricht im Bereich Instrument / Ensemble, Gesang oder Tanz vor Ort, während sie den normalen Schulalltag an anderen Häuser erleben. Beide Institutionen können übrigens wieder auf eine äußerst erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb Jugend musiziert zurückblicken. Nach einem schwierigen Start unter beschränkten Bedingungen und teilweise digitalen Teilnahmen (Regionalwettbewerbe) fand zuletzt der Bundeswettbewerb wieder unter (fast) normalen Gegebenheiten statt. Dresden darf sich erneut über viele Preise freuen, einige Preisträger waren am Freitag in den Konzerten zu erleben.

Das »Sommerkonzert« des LGM stand unter dem Titel zweier Popidole – Mozart traf The Beatles. Der eine ist der größte, meistgespielteste und bekannteste Komponist der Musikgeschichte und weit über die Grenzen der Klassik und Musik hinaus bekannt, die anderen halten auch 50 Jahre nach ihrer Auflösung noch viele Rekorde hinsichtlich Nr.-1-Hits, -Alben und ähnlichem. Und so gab es im Sommerkonzert im Konzertsaal der Musikhochschule neben einem Satz aus Wolfgang Amadé Mozarts Konzert für zwei Klaviere und Orchester (KV 365 mit Klara Dolenec und Khrystyna Zubko sowie dem Jungen Sinfonieorchester) Musik von John Lennon und Paul McCartney zu hören, außerdem von Astor Piazzolla, Alberto Ginastera, Ferenc Farkas und anderen. Ja, auch George Harrisons »Here comes the sun« als Schlußstück des offiziellen Programms, das in die Sommerferien entließ, gehörte dazu. Mithin muß man feststellen, daß es sich dabei trotzdem um Musik bzw. Komponisten handelte, die weniger in die Generation der Schüler gehören, sondern zur Sphäre der Eltern und Großeltern. Insofern sind McCartney und Lennon durchaus heute schon ein Teil der »historischen Popmusik«.

Den kleinen, mit Freude und Verve musizierten Stücken tat dies keinen Abbruch, der sommerfestliche Charakter stand im Vordergrund und gab den Ton an. Nebenbei konnte man sogar noch Entdeckungen machen, wie zwei Miniaturen von Waleri A. Gawrilin (»Die tanzende Uhr«) und Georgi W. Swiridow (Moment musical), die Vera Nikulina auf dem Klavier spielte. Manche der Schülerinnen und Schüler waren übrigens erst in den letzten Monaten aus der Ukraine ans LGM gekommen, jetzt zeigten sie bereits hier ihr Können als Solisten oder in Ensembles.

Wie auch zweihundert Meter weiter, im Saal der Staatsoperette Dresden, wo am gleichen Abend das HSKD zu Gast war und einen weiteren Gast mitgebracht hatte: den Kinder- und Jugendchor »Petits Chanteurs« aus Dresdens Partnerstadt Strasbourg. »Zukunftsmusik III« lautete der Konzerttitel, und weil sich die Schüler (und Eltern) vielleicht nicht so häufig im Haus treffen wie ihre Kommilitonen vom LGM, war ihr Programm mehr noch ein Rückblick auf das, was im letzten Jahr erarbeitet wurde. So gab es neben dem am Haus beheimateten Knabenchor Dresden und Gästen bzw. Lehrern, die unter anderem in einem Gambenconsort mitwirkten und zur Musik Heinrich Schütz‘ beitrugen (der Namensgeber des HSKD durfte im Programm natürlich nicht fehlen), Einzel- und Gruppendarbietungen in Musik und Tanz. Gerade die 11. Klasse der Tanzabteilung beeindruckte mit zwei modernen Werken bzw. Interpretationen: »Electric waves« und »Wind« brachte verschiedene Ausdrucksformen zusammen. »Electric waves« beeindruckten in seiner Komplexität, der Mischung von individuellen und Gruppendarstellungen und deren Ineinandergleiten. Im kommenden Jahr ist die Klasse übrigens wieder im Peter-Pan-Projekt zu erleben.

Zum Rückblick des HSKD zählten aber nicht nur die Darbietungen, sondern auch die Abschlüsse bzw. Auszeichnungen. Die Schülerinnen und Schüler der höchsten Klassen durften ihre Abschlußzeugnisse (Oberstufenabschluß) entgegennehmen, für Noam Baltrusch (Horn) und Tara Müller (Klavier) gab es noch eine besondere Würdigung, denn sie hatten beim Landeswettbewerb Jugend musiziert einen Sonderpreis in der Kategorie Duo Klavier und Blasinstrument errungen (und dies mittlerweile mit einem Ersten Preis beim Bundeswettbewerb bestätigt).

Für einen stimmungsvollen Ausklang sorgten Bigbandexplosion mit vielen Schülersolisten sowie – als sommerliche Zugabe oder Nachtrag – ein weiterer Auftritt von Selma Soummoudi, die schon mehrfach in Programmen mit Kindern und Jugendlichen mitgewirkt hatte.

3. Juli 2022, Wolfram Quellmalz

Auch an LMG und HSKD ist das letzte Wort noch nicht gesprochen bzw. gesungen: Am 8. Juli ist die Theatergruppe des Landesgymnasiums in der Aula (Standort Kretschmerstraße) mit dem Stück »Till Eulenspiegel« zu erleben. Beim HSKD gibt es über den Sommer verschiedene Angebote mit Kursen, von Brasilianischer und Alter Musik bis zum Tanz. Am 9. Juli holt das Bundinstrumentenorchester sein Festkonzert zum 70-jährigen Bestehen im Konzertsaal der Musikhochschule nach. Weitere Informationen unter:

www.landesmusikgymnasium.sachsen.de

http://www.hskd.de/

http://www.hfmdd.de

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