Hohe Quartettschule

Professoren im Konzert

Am Montagabend wurde die Reihe der Konzerte mit oder von Professoren der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden fortgesetzt. Diesmal erklangen Streichquartette von Wolfgang Amadé Mozart, Joseph Haydn und Hugo Wolf mit Mitgliedern der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Anett Baumann hat in den Fächern Violine (mit einer eigenen Klasse) und Orchesterstudien Lehraufträge an der Hochschule und trat hier als Primaria auf. Ihr zur Seite saßen die Kapell-Kollegen Ami Yomoto (ebenfalls Violine), Juliane Preiß (Viola) und Titus Maack (Violoncello). Daß Orchestermitglieder gemeinsam musizieren können, darf man voraussetzen, jedoch hat sich manches Mal schon gezeigt, daß die Königsdisziplin des Streichquartetts mehr verlangt als Bekannt- oder Kollegenschaft. Vielmehr gilt es hier, etwas Ganzes gemeinsam zu weben, was neben dem Musikverständnis noch ein inneres der Mitglieder voraussetzt, eine Vertiefung, die nicht nur Zeit braucht, sondern auch »gemacht« werden will. »Mal eben« Quartett spielen geht also nicht.

»Mal eben« war hier gar nichts. Schon Wolfgang Amadé Mozarts Divertimento Es-Dur (KV 563). Das »Vergnügen« ist hier wirklich als Trio gemeint und legte die vergnügliche Disputation von Violine, Viola und Violoncello auseinander, wobei es in Sätzen und Stimmführung gleichermaßen komplex ist. Anett Baumann, Juliane Preiß und Titus Maack durchforschten die Stimmen, die sich immer wieder in Wechselspielen umrankten. Zarte, liedhafte Passagen wechselten sich mit innigen Verschlingungen, der kantabel herausgehobenen Viola folgten auch einmal die sonst so prominenten Violine und Violoncello nach – Mozart wußte um die sonore Qualität des Instruments.

Um eine zweite Violine ergänzt bewies das Quartett im darauffolgenden »Kaiserquartett« eine berückende Homogenität, aber ebenso einen (schon bei Mozart gegebenen) Klangreichtum – für den Konzertsaal, nicht fürs intime Kämmerlein wurde hier musiziert.

Oder für den Pavillon? Denn auf Mozarts feine und gewitzte Variationen und ein Finale mit Verve schloß sich Hugo Wolfs »Italienische Serenade« an. Sonnig-heiter, also italienisch war es, luftig und erfrischend wie ein kurzer Schauer im Sommer. »Mal eben« musiziert? Wohl kaum – kammermusikalische Verbundenheit, sagt man, sei ein prägendes Element der Staatskapelle. Hier trat es einmal ganz besonders hervor.

19. März 2019, Wolfram Quellmalz

Konzerttips:

Konzert der Reihe »Das Lied in Dresden«, 24. März, 19:30 Uhr, Konzertsaal der Hochschule für Musik Dresden, Alumnikonzert »Von Hexen, Elfen, Erlkönigen und and’rem Traumgelichter«, Andreas Scheibner (Bariton) und Ga Yeon Lee sowie Eunshil Oh (Klavier), neben Werken von Franz Schubert und Ludwig van Beethoven erklingen Lieder von Carl Loewe, Felix Mendelssohn, Ferruccio Busoni und anderen.

Nächstes Professoren-Konzert: 27. Mai, 19:30 Uhr, Konzertsaal der Hochschule für Musik Dresden, »Als alle Knospen sprangen«, Lieder und Chormusik von Fanny Mendelssohn, Lili Boulanger, Silke Fraikin (UA) und anderen

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