Exsultate, jubilate!

Kreuzvesper zu Jubilate

Wie schade, daß von dem, was Wolfgang Amadé Mozart für die Orgel geschrieben oder auf ihr gespielt hat, so wenig überliefert ist. Immerhin ist er ja einmal Hoforganist in Salzburg gewesen – in Anbetracht dessen scheint die Anzahl der Einträge im Köchelverzeichnis für die Königin der Instrumente im Verhältnis doch recht schmal. Mozart ist eben auch ein genialer Improvisator gewesen, insofern kann man nur vermuten, was uns alles entgangen ist.

Seine jubelnde Ouvertüre C-Dur (KV 399) markierte am Sonnabend den Beginn der Kreuzvesper vor dem Sonntag Jubilate, gefolgt von dem innigen Adagio C-Dur (KV 356, auch als Adagio für die Glasharmonika KV 617a bekannt), dessen Schönheit Kreuzorganist Holger Gehring in der Singstimme erblühen ließ.

Mit Mozart und Singstimme ging es weiter. Die Motette Exsultate, jubilate (KV 165) war der musikalische Mittelpunkt des frühen Abends und machte die Besonderheit und Feierlichkeit des bevorstehenden Sonntages unmißverständlich klar (tatsächlich hat das Werk etwas Ergreifendes, Hymnisches, was uns so eindeutig berührt wie der Beginn des »Weihnachtsoratoriums«). Jennifer Riedel, die kurzfristig für Maria Perlt eingesprungen war, verkündete den Jubel des Werkes mit reinem, leuchtendem Sopran. Für eine ausgewogene Begleitung sorgten Musiker der Dresdner Philharmonie, Holger Gehring war dafür von der großen Jehmlich- an die kleine Wegscheiderorgel gewechselt, die mit Farbenreichtum ebenso wie mit tragendem Melodiebaß aufwarten kann.

Zwei Concerti für Orgel und Orchester Johann Christian Bachs im Verlauf der Vesper sorgten für lichtvolle, festliche Stimmung im Rahmen der weiteren Vesper.

In seinem Wort zum Sonntag erinnerte Superintendent Christian Behr daran, daß wir nicht nur jubeln dürfen, sondern auch sollen, wenn es angebracht ist. Das dürfe natürlich laut sein, aber auch innerlich – wichtig sei, daß das Herz beteiligt ist.

Jennifer Riedel konnte in Mozarts Laudate Dominum (KV 339) noch einmal (und nun sogar noch mehr als zuvor) die Innigkeit ihrer Stimme einsetzen. Berührend war ihr Duett mit dem Fagott, vor allem aber die Dankbarkeit, die dem Werk entspringt.

12. Mai 2019, Wolfram Quellmalz

Tip: Die nächste Kreuzvesper am 18. Mai wird vom Dresdner Motettenchor unter der Leitung von Matthias Jung gestaltet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s