Dresdner Barockorchester feiert sich und Albinoni

30 und 350 Jahre in Konzerten gewürdigt

Das Adagio für Orgel und Streicher gehört zu den populärsten Werken Tomaso Albinoni. Nach seinen weiten runden Bögen drehten schon Eiskunstläufer ihre Kreise, dabei ist das Werk nicht nur nicht Original, sondern Albinonis Urheberschaft des Themas auch umstritten. Man tut dem am 8. Juni vor 350 Jahren geborenen Venezianer überhaupt Unrecht, wenn man ihn nur auf dieses eine Werk reduziert (das gilt für jeden anderen Komponisten ebenso). Und man enthielte sich etwas vor, wenn es dabei bliebe. Glücklicherweise trägt das Dresdner Barockorchester, 1991 gegründet, etwas dagegen bei bzw. dazu, Tomaso Albinoni besser kennenzulernen. Kürzlich präsentierten Margret Baumgartl (Violine) und Sebastian Knebel (Cembalo) im Rahmen eines TeaTime-Konzertes in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) nicht nur eine der reizvollen Sonaten Albinonis, die originale Niederschrift, die zum Bestand der SLUB gehört, wurde anschließend noch präsentiert.

Zum reichen Konvolut des sogenannten »Schranck No. 2« zählt auch eine von zwei Sonaten a5, die am Freitag im Rahmen einer Vesper in der Loschwitzer Kirche erklangen. Margret Baumgartl, Adéla Drechsel (Violinen), Andreas Gerhardus und Lothar Haass (Violen), Alma Stolte (Violoncello), Ondřej Staijnochr (Kontrabaß) sowie Lucas Pohle (Orgel) spielten mit geradezu verführerischer Leichtigkeit, ließen die langsamen Eingangssätze schweben, während die jeweils dritten einen andächtig-innigen Charakter hatten. Noch vor dem fröhlichen Schluß lag die größte Freude wohl in den schlicht mit Allegro bezeichneten Sätzen an zweiter Stelle. Fugiert angelegt erhob sich hier ein Kanon der Streicher und des Baß‘, der geradezu magisch einlud, sich am Reihum der Stimmen zu ergötzen.

Daß Tomaso Albinoni zu Lebzeiten für mehr als für ein (vermeintliches) Adagio geehrt wurde, zeigte Lucas Pohle, der zwischen den beiden Sonaten eine sonnige Fuge in h-Moll Johann Sebastian Bachs über ein Thema von Albinoni an der großen Orgel ausführte. Am Sonnabend stockte das Dresdner Barockorchester das Programm für zwei Konzerte in der Kirche Pirna-Liebethal noch einmal auf.

Nach den beiden vorgetragenen Sonaten Nr. 1 und 7 aus Albinonis Opus 2 darf man vielleicht gespannt sein, wie die Nr. 2 bis 6 klingen?

7. August 2021, Wolfram Quellmalz

https://dresdnerbarockorchester.de/

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