Wenig beachteter Filmklassiker im Kulturpalast Livemusik zu Stummfilmen gehört seit langem ins Jahresprogramm der Dresdner Philharmonie. Im neuen Konzertsaal des Kulturpalastes läßt sich dieses Format sogar noch ausbauen – am Sonntag gastierte auf Einladung des Orchesters der Composer in Residence und Palastorganist Thierry Escaich, der die Musik zu Friedrich Wilhelm Murnaus Film »Sonnenaufgang – Lied … Sonnenaufgang im Orgelschein weiterlesen
Etwas überdreht
Aribert Reimanns »Gespenstersonate« auf Semper Zwei In August Strindbergs geisterhaftes Kammerspiel »Spöksonaten« (»Gespenstersonate«) treffen lebende Menschen auf Tote. Es geht jedoch nicht um eine Spuk- oder Gruselgeschichte, sondern um eine Schattenwelt – gegenwärtiges und vergangenes Leben verbinden sich in verschiedenen Ebenen. Schuld und Schulden werden zwar aufgearbeitet, weitergegeben, jedoch nicht ausgeglichen. Am Ende gibt es … Etwas überdreht weiterlesen
Die Orgel bleibt ein Jahresinstrument
Dresdner Orgelzyklus präsentiert auch 2023 Vielfalt Vor zwei Jahren war die Orgel das Instrument des Jahres. Im Grunde ist sie das dauerhaft, schließlich erklingt sie in vielen Orten und Kirchen auch während der Sommerpause im Konzert. Wie beim Dresdner Orgelsommer – die Internationalen Dresdner Orgelwochen erwarten im Juli und August wieder ganz besondere Gäste zum … Die Orgel bleibt ein Jahresinstrument weiterlesen
Gesang und Orgel in der Vorpassionszeit
Kreuzvesper vor Estomihi Kurz vor dem Beginn der Passionszeit, vor dem Sonntag Estomihi, feierte die Kreuzkirche Dresden ihre Vesper auf eine besondere, konzentrierte Art, deren musikalische Gestaltung in den Händen von nur drei Mitwirkenden lag: Baßbariton Florian Hartfiel wurde von Jonathan Auerbach an der Orgel begleitet, an der großen Orgel trat einmal mehr Kruzianer Anton … Gesang und Orgel in der Vorpassionszeit weiterlesen
Kann man Minimal Music maximal dehnen?
Simeon ten Holts »Canto Ostinato« im Kammerabend der Sächsischen Staatskapelle Die Diskussion um künftige Konzertformate treibt mitunter, bis hin zu Farblichtinszenierungen und überflüssigen Moderationen, nervige Stilblüten. Am gelungensten erweisen sich immer wieder jene Versuche, die nicht von außen angeregt oder von einem Management bestimmt, sondern von den Künstlern selbst initiiert werden. Solchen Wagnissen darf man … Kann man Minimal Music maximal dehnen? weiterlesen
Nicht Fisch, nicht Fleisch
Philippe Herreweghe und die Sächsische Staatskapelle auf zu vielen Wegen Natürlich gibt es nicht die eine Art, Bach zu musizieren, das vorab. Schon zu Lebzeiten – keiner von uns war dabei und hat es gehört – ist das so gewesen. Davon kann man zumindest ausgehen, wenn man sich die damaligen Verhältnisse und den unter Kirchenmusikern … Nicht Fisch, nicht Fleisch weiterlesen
Verleih uns Frieden
Andacht in der Loschwitzer Kirche Auch die kleine Kirche im Dresdner Stadtteil Loschwitz gedachte am vergangenen Wochenende (Vesperzeit am Sonntag) der Zerstörung der Stadt vor 78 Jahren. Der Ort ist immerhin ein bedeutender: mitten in einem der malerischsten Umgebungen der Residenzstadt an einem Weinberg gelegen, war das Gotteshaus selbst in den Bombennächten zerstört worden. Nachdem … Verleih uns Frieden weiterlesen
Gedenken mit Michael Praetorius
Kammerchor der Frauenkirche und Instrumenta Musica im Gedenkkonzert In einem weiteren Konzert am Sonnabendabend rückte das Dresdner Gedenken (13. Februar) in den Mittelpunkt. Frauenkirchenkantor Matthias Grünert hatte dafür allerdings kein Requiem oder vergleichbares Werk ins Programm genommen, sondern ausschließlich Musik von Michael Praetorius, einem Vorgänger Heinrich Schütz‘ in Dresden. Beide hatten nicht zuletzt eine enge … Gedenken mit Michael Praetorius weiterlesen
Das ruft schon nach einem Zyklus – oder zwei?
Collegium 1704 mit Haydn und Beethoven Wenn die Prager Musiker um Leiter Václav Luks einmal ohne ihren Chor kommen, fehlt vielen Besuchern schon etwas. (Keine Sorge, bei den nächsten Konzerten sind sie wieder mit dabei!) Wenn das Collegium 1704 dann noch in der Zeit aus seiner »gewohnten Umgebung«, also dem Barock, ausbricht, könnte man beinahe … Das ruft schon nach einem Zyklus – oder zwei? weiterlesen
Brückenschlag über die Zeit
Gedenktagkonzert des Dresdner Kreuzchores Es scheint momentan, als gelänge Kreuzkantor Martin Lehmann alles. Dabei ist es keineswegs Glück oder nur ein momentanes »Händchen«. Davon zeugten am Sonnabend im Gedenktagkonzert (zum Tag der Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945) zum Beispiel die Gregorianischen Choräle Lux aeterna und Requiem aeternam, welche die Männerstimmen vortrugen – welcher Knabenchor … Brückenschlag über die Zeit weiterlesen