Elise hieß sowieso nicht Elise

Auch ohne Krise gibt es seit einiger Zeit eine neue Katze im Titel der NMB

Wir trafen sie im Beethovenhaus Wien-Heiligenstadt während eines Besuches. Die Katze war es auch, die uns auf ein kleines Schild im Zugang des Hauses hinwies, dem zu entnehmen war, daß man gar nicht genau wüßte, wo Beethoven eigentlich in Heiligenstadt gewohnt habe. Vermutlich in der Probusgasse, aber wahrscheinlich nicht in der Nummer 6! Dabei verriet sie mir mit einem verschwörerischen Blinzeln, für wen Beethoven »Für Elise« wirklich geschrieben habe: für sie! Natürlich wissen längst alle, daß es keine »Elise« in Beethovens Leben gegeben habe und sein Leipziger Verleger einfach die Widmung auf dem Frontblatt der Bagatelle nicht entziffern konnte. »Thérèse« ist als wahrer Name seit langem favorisiert – nun wissen wir es genau! Beethoven hatte sie für seine Katze geschrieben.

Beethovens Katze
Von der Bagatelle gibt es nun auch eine Corona-Version: Arno Lücker hat »Für Elise (Thérèse)« bearbeitet und auf einen Mindestabstand zwischen den Tönen von mindestens einer Terz geachtet, nachzulesen und -zuhören hier:

https://hundert11.net/

Wir wollten aber auch Wunschlisten schreiben und uns auf das, was kommt, freuen. Nun kann es wahnsinnig fad‘ sein, wenn Touristencombos in Wien (wo der Meister gestorben ist) oder Venedig (wo er geboren wurde und lebte) Antonio Vivaldis »Jahreszeiten« abnudeln – furchtbar! Doch das Werk kann nichts dafür – wir haben schon grandiose Aufführungen erlebt, etwa mit den Dresdner Kapellsolisten und Susanne Branny als Solistin. Eine meiner Lieblingsaufnahmen ist jene kammermusikalisch besetzte (Solo-Violine, 2 Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabaß, Cembalo, Chitarrone und Orgel) mit Janine Jansen, ihrem Bruder, Vater und ein paar Freunden. Diese tolle Aufnahme (Decca, 2004) gibt es seit einiger Zeit auch auf Schallplatte. Also: rufen Sie im CD-Geschäft an, bestimmt ist jemand da, der sie Ihnen zuschickt. (In Dresden ist das Bureau von »Opus 61« besetzt: https://opus61-dresden.de/.)

Eine richtige Neuentdeckung haben wir gerade in Arbeit – die CD-Vorstellung folgt in Kürze.

25. März 2020, Wolfram Quellmalz

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