Auf ins neue Hochschuljahr!

Dresdner Musikhochschule beginnt 2020

Das Neujahrskonzert der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden findet traditionell mit einem Orchester statt, welches sich aus Mitgliedern der Dresdner Kapellsolisten und des Hochschulsinfonieorchesters zusammensetzt. Natürlich gehörte zum Ausblick von Rektor Axel Köhler diesmal ein besonderer Rückblick. Das Jahr 2019 hatte den menschlichen Verlusten gerade am Ende noch weitere hinzugefügt. Der am Weihnachtstag verstorbene Kammersänger Peter Schreier hatte hier studiert – auch Dirigieren – und eine Professur innegehabt. Ihm war dieser Abend im besonderen gewidmet.

Die Dresdner Kapellsolisten (Leitung: Prof. Helmut Branny) huldigten zunächst einer Königin: Joseph Haydns Sinfonie Nr. 85 »La Reine«. Und die stürmte munter ins neue Jahr – soviel Frische möchte man sich bis zum Silvestertag wünschen! Oboen und Flöte sorgten schon für den einen oder anderen Akzent, »jede Menge« Oboe bekamen die Zuhörer dann mit Mozart serviert: die Verzeichnisnummer 314 hat man mittlerweile als originales Oboenkonzert (von dem es eine Ableitung für Flöte gibt) identifiziert. Seuyun Chun spielte es vor den Augen und Ohren ihrer Lehrerin Prof. Céline Moinet und hob die Stimme ihres Instrumentes virtuos-gekonnt über das Orchester. Oboisten brauchen einen langen Atem – es ist für den Spieler eines der, wenn nicht das (auch körperlich) beanspruchendste Musikinstrument. Um so schöner, wenn die Kadenzen so frei fließen und vom Orchester wieder »eingefangen« werden.

Beethovens zweite Sinfonie hatten manche der Orchestermitglieder, die außerdem in der Sächsischen Staatskapelle spielen, erst kürzlich auf dem Programm gehabt. Hier freilich klang es ganz anders. Kammermusikalisch besetzt, etwas »kantiger« und griffiger, wohl auch historisch »informierter« als mit dem großen Sinfonieorchester. Der Beginn ist nicht ohne Grund mit einem Paukenschlag gesetzt – spätestens jetzt war jeder Konzertbesucher drin im neuen Jahr. Daß es sich dabei nicht nur um einen bloßen Effekt handelte, machte Helmut Branny deutlich – Allegro aperto (ein »offenes« Allegro) stand bei ihm für Aufbruch.

Gerade die Ecksätze offenbarten eine Energieübertragung, und so durfte auch das Rondeau. Allegretto noch einmal richtig »zünden«. Nun gilt es also, diese Flamme weiterzutragen.

13. Januar 2020, Wolfram Quellmalz

Am 16. September beginnt der Ensemblewettbewerb in der Musikhochschule (weitere Informationen unter: www.hfmdd.de/veranstaltungen/).

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